Bad Staffelstein — Inder Vortragsreihe "Gesundheitsgespräche" geht es am Donnerstag, 21.Mai, in der Schön-Klinik um die Frage, warum wir leiden und wie man durch Akzeptanz lernen kann, mit innerem Leid umzugehen. Vortragen wird Dr. Michael Svitak, Leitender Psychologe der Schön-Klinik Bad Staffelstein.
Warum vergeht Leid manchmal und warum setzt sich Leid ein andermal in unserem Leben fest? Warum gelingt es uns manchmal nicht, von manchem Leid loszukommen, so dass daraus eine Depression wird? Eine Ursache dafür, dass ein seelisches Leid nicht vergeht und damit den Charakter einer psychischen Störung annimmt, ist, dass es uns nicht gelingt, dieses Leid oder bestimmte Gefühle von Traurigkeit und Einsamkeit anzunehmen. Kontrolle über das Gefühlsleben behalten zu wollen, macht krank In unserer "Wohlfühl"-Gesellschaft liegt der Fokus auf positiven Gefühlen wie Spaß, Freude und Erfolg.
Unangenehme Gefühle, Gefühle von Versagen, Scheitern oder Einsamkeit scheinen da nicht hineinzupassen und werden daher zur Seite gedrängt oder überspielt. Dieser Versuch, auch unser Gefühlsleben unter Kontrolle zu behalten, um nach außen glücklich und erfolgreich zu erscheinen, hat Konsequenzen für das seelische Wohlbefinden, aber auch für die physische Gesundheit.
Vor allem achtsamkeitsorientierte Ansätze im Rahmen der Verhaltenstherapie zielen explizit darauf ab, die Fähigkeit bzw. Bereitschaft leidender Menschen zur Annahme des unvermeidlichen Teils ihres Leides zu stärken. Dabei ist nicht gemeint, alles zu akzeptieren oder gut zu heißen, sondern die Bereitschaft, Dinge anzunehmen, die man nicht beeinflussen kann.

Der aussichtslose Kampf

Als zentrale Ursache von psychischen Störungen wird der vergebliche Versuch gesehen, gegen Dinge anzukämpfen, die unvermeidbar sind. Nicht selten versuchen Hilfesuchende, erlittene Verluste nicht wahrhaben zu wollen oder versuchen, gegen nicht beeinflussbare Lebensumstände anzukämpfen. Der innere Kampf gegen sich selbst oder unveränderbare Tatsachen verstärkt langfristig das, was man zu verhindern versucht. Dieser erfolglose Kampf erzeugt zusätzlich Gefühle der Hilf- und Hoffnungslosigkeit und begünstigt eine Form der Selbstablehnung, und damit ein Kernsymptom einer Depression.
An alltäglichen Beispielen wird Michael Svitak Wege zu einer akzeptierenden Haltung aufzeigen, die helfen können, mit innerem Leid umzugehen. Dies geschieht unter anderem durch eine Distanzierung von kontrollierten Gedanken und Handlungsimpulsen sowie durch eine Betonung von Werten, die trotz aller nur schwer hinnehmbaren äußeren und inneren Umstände dem Leben des Einzelnen Würde und Orientierung verleihen können.
Veranstaltungsort ist die Schön-Klinik, Am Kurpark 11. Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenfrei. Beginn ist um 19 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. red