Christiane Reuther

Die Geschichtsbücher von Hainert, die Leo Maag jahrelang akribisch geführt hat, gelangten in das Knetzgauer Archiv. Die Unterlagen wurden jetzt übergeben.
Leo Maag hat in sein Hobby mehrere Jahrzehnte sehr viel Herzblut investiert. Doch jetzt sei für ihn die Zeit gekommen, das Ehrenamt in jüngere Hände zu legen, sagte der ehemalige Schulamtsdirektor.
Bürgermeister Stefan Paulus (CWG, SPD) dankte dem scheidenden Ortschronisten für sein ehrenamtliches Engagement. Er appellierte an die Hainerter, dass sich jemand finden möge, der die Chronik über den Knetzgauer Gemeindeteil fortführt. Interessierte mögen sich in der Gemeindeverwaltung melden.


Lückenlos

Im Jahr 1951 hatte Leo Maag seine erste Stelle als Lehrer in Hainert angetreten. Schon 1952 hat er unter dem damaligen Bürgermeister Hermann Müller angefangen, eine Zeitchronik zu verfassen. Diese hat Leo Maag bis ins Jahr 2014 lückenlos geführt. Ziel war es in der Anfangszeit, eine Kulturgemeinde zu gründen, deren Vorsitz Leo Maag bis 1966 innehatte. Um Kirche und Verein unter einen Hut zu bekommen, sollten sich die Hainerter Christen und Vereinsmitglieder gegenseitig unterstützen und fördern.
In den Protokollbüchern hat Leo Maag, der 2003 zum Ehrenbürger der Gemeinde Knetzgau ernannt wurde, alles vermerkt, was in Hainert vorgefallen war, und den Wandel des Dorfgeschehens aufgezeichnet. Auf Anregung des späteren, im Jahr 1990 verstorbenen Bürgermeisters Franz Hofmann hat er in den folgenden Jahren Presseberichte gesammelt - zum großen Teil von ihm selbst verfasst - und das Protokollbuch durch eine Bebilderung aufgewertet. Ob Hochzeiten, Feste von Privatleuten oder Vereinen, die Veränderung der Wohngebäude oder kulturelle Veranstaltungen - Leo Maag hat alles über Hainert für die Nachwelt festgehalten.
Insgesamt sind es 43 Bände, darunter drei Bücher über Gebäude, eines von der Dorferneuerung aus dem Jahr 1993 sowie 39 Bände Zeitchronik, die jetzt nach Knetzgau ins Archiv gekommen sind. Gemeindearchivar Gerhard Thein räumt den Hainerter Büchern einen besonderen Platz ein, wie er versicherte. Aufbewahrt waren die Bände bisher in der alten Schule in Hainert; in dem Gebäude befindet sich heute das Gemeindehaus.