von unserem Mitarbeiter Bertram Wagner

Bamberg — Nachdem Lena Würt le, Neuntklässlerin am Dientzenhofer-Gymnasium, als einzige Regionalsiegerin aus Bayreuth heimkehrte, bereitet sie sich konzentriert, aber ohne Druck ("ich habe schon so viel erreicht") auf den Landeswettbewerb "Schüler experimentieren" im Dynamikzentrum des BMW-Group-Werkes Dingolfing vor.
Für die Mittelstufenschülerin, die nach einem dritten (2013: Pulver-Gewinnung von Farben aus Obst und Gemüse) und einem zweiten Platz (2014: pH-Wert-Untersuchungen des gewonnenen Pulvers) heuer ganz oben stand, ist dies in der letzten Aprilwoche (27./28.) der bisherige Höhepunkt ihres wissenschaftlichen Forschens und Schaffens.

Nachhaltiges Interesse

"Ich habe früher schon gerne Sachen nachgeforscht und mit Interesse verfolgt, wenn etwas passiert, ganz speziell mit Farben und Duftstoffen", sagt Lena Würtle, die sich im Herbst mit dem Thema "Extraktion und Analyse von ätherischen Ölen" am Wettbewerb beteiligte. Das praktische Arbeiten begann noch im Dezember. Ihr großes Interesse ist die Antriebsfeder für die vielen Stunden, die sie nachmittags in der Schule verbrachte. "Ein Versuchsdurchlauf dauert ungefähr zwei Stunden. Diese Versuche kann man nicht zu Hause durchführen!"
Als Ausgangsstoffe dienten Vanille, Orangen und Kiefernnadeln. Zur Extraktion der Feststoffe verwendet Würtle (Berufswunsch: "Chemie-Studium oder etwas Technisches") einen vom Sponsoren-Pool finanzierten Soxhlet-Apparat und als Lösungsmittel entweder Wasser, Pentan oder Cyclohexan. Das Ergebnis: ätherische Öle, allerdings in kleinen Mengen.
"Es ist schon sehr spannend, was man als Ergebnis produziert. Welche Menge? Der Duft? Und dazu der Vergleich mit künstlich hergestellten Produkten", beschreibt die junge Forscherin ihre umfangreichen Aktivitäten, für die sie neben dieser praktischen Arbeit ein 15-seitiges Skript anfertigte und dies dann an ihrem Stand vor Fachleuten präsentierte.

Überaus engagiert

"Lena arbeitet sehr selbstständig und überaus engagiert", berichtet Christian Herbst als DG-"Jugend forscht"-Koordinator, der die Schülerin organisatorisch unterstützt. Dazu kommen von fachlicher Seite die Ratschläge von Chemielehrer Stefan Mörsberger. Dieses Trio fiebert nun der "Bayerischen" entgegen, wobei Lena Würtle sich nicht mehr aufwändig vorbereiten muss, wie sie selbstbewusst beteuert. Wichtig ist, dass sie das Feedback der Jury beim Regionalwettbewerb umsetzt. An der ein oder anderen Stelle noch ein bisschen nachjustieren, die Versuche nochmals durchlaufen lassen und dann die richtigen Nachweise und Protokolle präsentieren. Lena Würtle ist für den Landeswettbewerb bestens vorbereitet.
Es liegt in der Natur der Sache, dass ein Platz auf dem "Stockerl" das Ziel aller Träume ist. Die Chancen dafür kann man nicht einschätzen, da die Arbeiten der anderen Regionalsieger nicht bekannt sind. Spannung ist also angesagt!
Für die 15-Jährige ist es die letzte Chance im Wettbewerb "Schüler experimentieren", denn im nächsten Jahr muss sie altersbedingt in der nächsten Altersstufe "Jugend forscht" antreten. Schon allein aus diesem Grund wird sie alles daransetzen, dass der fünf Quadratmeter große Stand optimal genutzt wird, die Plakate passen und die Aromastoff-Produktion reibungslos abläuft. Bleibt die Frage: Sind die gewonnenen Lena-Öle besser als die kommerziellen Produkte, wenn man Flüchtigkeit, Konzentration und Haltbarkeit vergleicht?