Autogenes Training, Snouzeln, Hand-/Gesichtsmassage und Pflege, Malen mit Musik, Qi Gong, Progressive Muskelentspannung, Entspannungsspaziergang, Klangschalen-Meditation: Was sich anhört, wie das Exklusiv-Angebot eines 5-Sterne-Wellnesstempels durften die Kinder der Heilpädagogischen Tagesstätte (HPT) und des Heilpädagogischen Kindergartens der Lebenshilfe Kronach genießen - "all inclusive" und kostenlos! Umsorgt und verwöhnt im Dienste der Pflege, Wellness und selbstverständlich auch Schönheit wurden die Jungen und Mädchen von den Mitarbeitern der Lebenshilfe sowie der Gesundheitspraktikerin Nadine Sharma. Eine gute Stunde lang wurden dabei die Räumlichkeiten der Lebenshilfe zur Oase der Entspannung, Ruhe und des Wohlfühlens.


Recht auf Schutz vor Gewalt

"Alle Kinder haben die gleichen Rechte. Kein Kind darf benachteiligt werden." "Kinder haben das Recht auf Schutz vor Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung." "Kinder haben das Recht, dass ihr Privatleben und ihre Würde geachtet werden." Diese und weitere niedergeschriebene Kinderrechte befestigten Kinder der Lebenshilfe sowie HPT-Leiterin Marina Kremer an eine Pinnwand in der Pausenhalle der Einrichtung - sozusagen als Überschrift über den gruppenübergreifenden Nachmittag.
Hierzu waren alle Jungen und Mädchen der Tagesstätte wie auch des Kindergartens eingangs zum gemeinsamen Auftakt zusammengekommen. Aufmerksam hörten sie zu, was ihnen Marina Kremer über die Kinderrechte erzählte. Diese prägen im Wesentlichen folgende Grundprinzipien: Alle Kinder auf der Welt sind gleich viel wert und gleichberechtigt. Sie haben ein Recht auf Schutz und Fürsorge und auf so viel Förderung, wie sie brauchen. Zudem haben alle Kinder das Recht, bei allen Angelegenheiten, die sie betreffen, mitzubestimmen.
Im Jahr 1990 verabschiedeten die Vereinten Nationen die UN-Kinderrechtskonvention (KRK). Seit der Übernahme der KRK in Deutschland hat sich für die Mehrzahl der Kinder eine Menge getan, sei es im Familienrecht, im Kinderschutz, der Möglichkeit zur Partizipation im öffentlichen Leben und der Bildung. "Kinderrechte und der bewusste Umgang damit sind für uns sehr wichtige Themen", erklärt Marina Kremer. Nur wer seine Rechte kenne, könne sich richtig verhalten und aufpassen, dass er selbst und andere richtig behandelt würden. Immer wieder gelte es dabei, auf den Prüfstand zu stellen - gerade auch in der Lebenshilfe, ob und wie man diese Kinderrechte im Alltag umsetze - beispielsweise das Recht auf Entscheidungsfreiheit. Wie beziehe ich die Kinder ein? Welche Wahlmöglichkeiten gebe ich ihnen? Wie stärke ich ihre Persönlichkeiten? Auch das eigene Verhalten sollte man kritisch überdenken und bewusst hinterfragen, ob man beispielsweise an stressigen Tagen, unbeabsichtigt, den Kindern gegenüber unfair ist. Das Reflektieren der eigenen Rolle und des eigenen Verhaltens gehört zur stetigen Veränderung und Weiterentwicklung für die HPT der Lebenshilfe. Dafür werden regelmäßige Team- und Fallbesprechungen genutzt. Eine sehr große Rolle spiele natürlich in der Lebenshilfe das Recht auf Bildung, gerade für Kinder mit Behinderung. Mit dem gemeinsamen Projekt wolle man, so Kremer, das Thema Kinderrechte in den Mittelpunkt stellen - an dem Nachmittag insbesondere das "Recht auf Spiel, Freizeit und Erholung".


Ab jetzt jede Woche?

Hören, Fühlen, Träumen - Die Kinder durften dabei - ganz nach ihren Interessen - aus einer Reihe an Entspannungs- und Wellness-Angeboten auswählen, die von den Mitarbeitern der Lebenshilfe für sie vorbereitet worden waren. Kaum ein Laut drang dabei aus den zum Wellness-Tempel umfunktionierten Räumlichkeiten in die Gänge der Lebenshilfe - mit Ausnahme wunderschöner meditativer Musik oder den harmonischen Tönen der Klangschalen. Die Begeisterung der Kinder war riesig "Das können wir ab jetzt jede Woche machen", freuten sich die Jungen und Mädchen. hs