Erlach — Mit rund 80 Teilnehmern war der Bittgang der Pfarrgemeinde Sankt Martin zur Erlacher Kapelle ansprechend besucht. Nur männliche Teilnehmer hätten es etwas mehr sein können.
Glockengeläut von der Erlacher Kapelle herab, das kommt eher selten vor. "Oh Maria Hilf" schallte es durch das breite Weismaintal, gesungen von mehr als 80 Wallfahrern, die von der Weismainer Blasmusik musikalisch begleitet wurden. Auch Bewohner umliegender Ortschaften wollten mit den Pilgern Tradition, Brauchtum und Marienverehrung aufrechterhalten und feierten zusammen mit dem Aushilfspriester Frather Aloysius Obiwulu eine Andacht am Marienheiligtum. Corinna Kraus und Ferdinand Humbert stimmten "Marienrufe" an und erbaten den Schutz der Gottesmutter.
Im Rahmen der Andacht hob Humbert den uneigennützigen Einsatz von Fritz Dietz hervor, der sich um Pflege und Erhalt des kleinen Gotteshauses kümmert. Bei den Mitgliedern der Kolpingfamilie findet er immer ein offenes Ohr, wenn es um den Arbeitseinsatz an der Kapelle geht. Der Innenbereich wurde erst vor zwei Jahren erneuert.
Beim Bittgang wurde der freudenreiche und glorreiche Rosenkranz gebetet, der durch Marienlieder unterbrochen war. Norbert Kraus und Ferdinand Humbert fungierten als Vorbeter. Die freiwillige Feuerwehr sorgte für die Sicherheit.
Nicht genau bekannt ist der Ursprung des Bittgangs. Überlieferungen zufolge ereignete sich vor langer Zeit ein Unglück in einem Bergwerk in der Nähe von Erlach. Im Gedenken an diesen Unfall wurde damit begonnen, einen jährlichen Bittgang zur früheren Kapelle abzuhalten. Auch nach dem Bau des heutigen Kirchleins zu Beginn des 20. Jahrhunderts behielt man diese Tradition bei.
Ein Blickfang ist das zwei Kilometer westlich von Weismain gelegene Kirchlein, das Autofahrer und Wanderer einlädt, kurz in Gebet und Stille zu verweilen. Es wurde in den Jahren 1906/07 nach den Plänen von Fritz Fuchsenberger in neubarockem Stil erbaut. Am 8.September, dem Festtag Mariä Geburt, folgte die Einweihung vom Bamberger Domkapitular Johann Maurer. Der kleine Zenralbau mit Kuppeldach und Laterne mit einer offenen Säulenhalle ist auf zwei Treppen erreichbar. Eine schöne Statue der Gottesmutter Maria mit Jesuskind ziert das Kapelleninnere, während auf dem Giebel der Vorhalle ein Fresko eines Münchner Kunstmalers zu sehen ist. tt