Sie ist wohl die bekannteste Ordensfrau Deutschlands: Schwester Lea Ackermann ist Missionarin und Lehrerin in Ruanda, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes sowie Gründerin wie Vorsitzende von Solwodi e.V. Mit dieser von ihr ins Leben gerufenen überkonfessionellen Stiftung gegen Menschenhandel, Ausbeutung, Gewalt oder Zwangsheirat hilft sie seit über 30 Jahren Frauen in Not. Am kommenden Dienstag, 8. März, dem Internationalen Frauentag, wird Lea Ackermann in Kronach auf Einladung der Frauenliste einen Einblick in ihr Leben, ihre Arbeit und in ihren Kampf für die Rechte der Frauen geben.
"Ich erlebe es immer wieder, wie Frauen aus armen Verhältnissen als Opfer von Menschenhandel nach Deutschland kommen", so Schwester Lea. In ihren Herkunftsländern hätten die Frauen nicht genügend Schutz in ihren Familien gefunden oder seien gar von diesen vermarktet worden. Sie kenne auch Fälle, in denen die Familienmitglieder selbst übergriffig gegenüber diesen Frauen geworden seien. "Das Selbstwertgefühl dieser Frauen ist miserabel. Sie sind bereits aufgewachsen mit dem Gefühl, nichts wert zu sein", ist die Ordensfrau erschüttert.


Frauen in Not

Diesen Frauen ihre Würde wiederzugeben, ihnen ihren Wert und ihre eigenen Wünsche wieder bewusst zu machen - dies sei ihr wie auch ihrer Stiftung ein großes Anliegen.
Solwodi ist die Abkürzung von "Solidarity with women in distress" - Solidarität mit Frauen in Not. Den Grundstein für diese Menschenrechts- und Hilfsorganisation legte Schwester Lea im Oktober 1985 in Mombasa (Kenia), wo sie als Ordensfrau der Gemeinschaft der "Missionsschwestern unserer lieben Frau von Afrika" unterwegs war. Hier, in der kenianischen Sex-Hochburg, sah sie sich mit dem Leid von Mädchen und Frauen konfrontiert, die sich aufgrund ihrer Armut prostituierten. Heute hat Solwodi 34 Beratungsstellen in ganz Kenia und unterstützt ein Witwen- und Waisenprojekt in Ruanda. Doch nicht nur in der Dritten Welt ist Solwodi aktiv. Lea Ackermann stieß schnell auf ausländische Frauen, deren Würde auch in Deutschland mit Füßen getreten werde. Durch Sextourismus, Menschenhandel oder Heiratsvermittlung ins Land gekommen, leben sie hier oft rechtlich und gesellschaftlich völlig ungeschützt. So engagiert sich seit 1987 Solwodi auch in Deutschland u. a. mit 18 Beratungsstellen und Schutzwohnungen. Bei dem Vortrag am 8. März (19 Uhr) in der Kronacher Synagoge besteht auch die Möglichkeit, Fragen an die Referentin zu stellen sowie mit ihr ins Gespräch zu kommen. hs