Kronach — Da war die Freude groß! Der Stolz stand den Jungen und Mädchen am Dienstag buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Als sich dann auch noch ein "echter" Bürgermeister zur kleinen Feierstunde dazugesellte, um den Wasserratten der Lucas-Cranach-Schule höchstpersönlich ihre Urkunden beziehungsweise Pässe zu überreichen, kamen diese aus dem Strahlen gar nicht mehr heraus. Damit sind sie nun auch ganz offiziell "Sichere Schwimmer".
Ein Drittel der Grundschüler verlässt die Schule, ohne sicher schwimmen zu können. Das gilt jedoch nicht für die Lucas-Cranach-Schule, an der es in der vierten Jahrgangstufe gerade einmal noch zwei nichtsichere Schwimmer gibt. Dies ist maßgeblich das Ergebnis des Projekts "Sichere Schimmer", an der die Grundschule seit vier Jahren und damit seit Anbeginn teilnimmt. Die Präventionsaktion war im Schuljahr 2013/2014 von der DLRG-Jugend Bayern mit der AOK Bayern und dem bayerischen Gesundheitsministerium gestartet worden.
Das Projekt ist eine echte Erfolgsgeschichte: Bislang erreichten über drei Viertel der Dritt- und Viertklässler am Ende der Pilotphase das Jugendschwimmabzeichen in Bronze und wurden so zu sicheren Schwimmern. Diese beeindruckende Zahl wurde in Kronach noch getoppt. So konnte wieder ein ganzer Schwung an Seepferdchen, Bronzenen, Silbernen und Goldenen Abzeichen und sogar zwei Juniorretter-Abzeichen übergeben werden. Der Juniorretter ist der "erste große Schein" bei der DLRG, den man ab dem 10. Lebensjahr erwerben kann.
Beeindruckt von dieser super Leistung zeigte sich auch Kronachs Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein, der als Wertschätzung für die geleistete wertvolle Arbeit bei der Übergabe dabei sein wollte. Zusammen mit Lehrern, Vertretern der AOK Coburg sowie dem Ehepaar Marliese und Richard Bär überreichte das Stadtoberhaupt persönlich die Abzeichen. "Wer nicht schwimmt, ertrinkt - und er kann auch andere in Gefahr nicht retten!", mahnte er. Umso dankbarer zeigte er sich den Verantwortlichen des Präventionsprojekts gegenüber - insbesondere dem Ehepaar Bär, das seit vielen Jahren ehrenamtlich den Kindern das Schwimmen beibringe. "Die Kinder waren mit einem wahnsinnigen Eifer dabei", lobte Richard Bär. Die ganze Aktion wäre aber nicht machbar gewesen ohne die Rektorin Anita Neder sowie die Sponsoren. Kindern, die noch nie in einem Schwimmbad waren - wie gerade Flüchtlingskinder- , das Schwimmen beizubringen, stelle eine besondere Herausforderung dar. Sehr bedauerte er es, dass viele Eltern nicht mehr mit ihren Kindern ins Schwimmbad gehen. Besonders freute ihn der Sinneswandel mancher Kinder, die die Aktion eingangs mit "Das brauche ich nicht" abgetan und dann trotzdem ihre Abzeichen gemeistert hätten.