E s ist 30 Jahre her, dass sich die Höchstadter Stadträte hitzige Debatten über die Gestaltung des Platzes Am Graben lieferten. Ein einladender, künstlerischer Platz sollte es werden. Auf eine Ausschreibung reichten verschiedene Künstler und Architekten Vorschläge und Modelle ein.
Das Rennen machte schließlich der Höchstadter Künstler Roland Lindenmann. Sein Pech: Er hatte sein Angebot zweigeteilt. Einmal in die Pflasterung mit Brunnentechnik und in die künstlerische Gestaltung. Weil sie sparen wollten, strichen die Stadtväter kurzerhand die Kunst - einen Sitzring aus ineinander verschlungenen Aluminium-Karpfen. Übrig blieb der nach Lindenmanns Entwurf gepflasterte Platz. Da das Honorar kräftig gekürzt worden war, musste der Künstler das Pflaster übrigens selbst verlegen.
Auch ohne Karpfen-Sitzring fand der Platz mit den Grüninseln und Ruhebänken schnell seine Liebhaber. Heute sind die Kastanien zu idealen Schattenspendern herangewachsen. Nichts spricht dafür, sie zu fällen. So wie auch nichts dafür spricht, Lindenmanns Werk unter neuem Betonpflaster verschwinden zu lassen. Bestimmt könnte der Platz mit etwas Phantasie so, wie er ist, in die Sanierung der Hauptstraße eingebunden werden.