Gut gefüllt mit interessierten Zuhörern war das Nebenzimmer der Gastwirt-schaft zum Walberla in Kirchehrenbach als die Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV)-Kreisverbände Forchheim und Ebermannstadt sich von Landrat Hermann Ulm (CSU) über die demografische Entwicklung im Landkreis Forchheim und ihre Folgen für die Bildungsregion informieren ließen.
Ausführlich und grafisch hervorragend unterstützt zeigte der Referent zunächst die Bevölkerungsentwicklung des Landkreises aufgeschlüsselt nach Gemeinden und Altersgruppen von 1987 an auf.


Durchwachsene Zahlen

So folgte einem starken Anstieg bis 2003 um gut 16 Prozent auf 113 000 Bewohner bis 2011 eine Stagnation mit leichtem Rückgang.
Seit 2012 wächst die Landkreisbevölkerung wieder moderat auf derzeit etwa 115 000 Bürger. Die Prognose für die kommenden Jahre bis 2035 sieht weiteres geringes Wachstum. Bei den Gemeinden ergibt sich ein durchwachsenes Bild. Besonders gut entwickelten sich die Einwohnerzahlen im Süden des Landkreises durch die Nähe zu Erlangen.
Auch entlang der Regnitzachse gab es überdurchschnittliche Zuwächse. Forchheim selbst gehörte bis 2010 zu den eher schwach wachsenden Orten, erlebt aber seitdem, auch durch Siemens, kräftiges Wachstum mit stark steigenden Wohnungspreisen. Diese führen in der letzten Zeit wieder zu vermehrtem Zuzug in den ländlichen Bereich.
Inwieweit die einzelnen Gemeinden davon profitieren hängt von der Bereitstellung von erschwinglichem Bauland und der Investition in Infrastruktur ab. Dabei wächst besonders die Notwendigkeit von Kinderkrippen, Kindergärten und schulischen Ganztagesangeboten. Die zahlenmäßige Entwicklung der verschiedenen Altersgruppen zeigt bis 2035 bei den Bewohnern des Landkreises über 75 eine Zunahme um rund 35 Prozent, im Altersspektrum zwischen 60 und 75 Jahre um 38 Prozent, während die 40- bis 60-Jährigen und die 25- bis 40-Jährigen um jeweils etwa sieben Prozent abnehmen werden. Für die Entwicklung der Schulen, Kindergärten und Krippen zeigt sich insoweit ein positives Bild, da die relevanten Altersgruppen im Landkreis zahlenmäßig in etwa gleich bleiben.


Erwartete Stabilisierung

In naher Zukunft ist sogar eine steigende Zahl an schulpflichtigen Kindern zu erwarten, mittelfristig mindestens eine Stabilisierung. Auswirkungen auf die Grundschulen hängen insoweit also nur von der örtlichen Entwicklung, bedingt durch die Angebote an junge Familien, ab, denn lokal sind unterschiedliche demografische Entwicklungen zu erwarten.
Bei den weiterführenden Schulen spielen natürlich Veränderungen und Entwicklungen der Übertritte eine wesentliche Rolle, so dass Voraussagen für diese Schularten schwierig sind.
Als Fazit erwartet der Landrat Bevölkerungszuwachs durch eine steigende Geburtenrate und Zuwanderung, insbesondere von Familien mit minderjährigen Kindern. red