Die Diskussion um den Standort für das geplante kreiseigene Tierheim in der Nähe des Knetzgauer Gemeindeteils Zell ist nicht beendet. In Zell wollen sich die bereits durch den Autobahnlärm geplagten Einwohner ernst genommen fühlen in ihrem Wunsch, es möge doch ein anderer Standort - näher bei der Autobahn gelegen - gewählt werden. Zu dem Themenkomplex erreichte uns die folgende Lesermeinung :

Nicht‘s ist schwieriger, als der geordnete Rückzug aus einer unhaltbaren Position!
An diese - General Carl von Clausewitz (1780 bis 1831; preußischer General, Heeresreformer, Militärtheoretiker und
-ethiker; Anm. d. Red.) zugeschriebene - Weisheit mussten sich die Haßberger Kommunalpolitiker wohl erinnert haben, als sie am Montag, dem 26. Mai, den geballten Zorn der Zeller Bürger zur Errichtung eines Tierheims in Ortsnähe über sich ergehen lassen mussten.

Formal in Ordnung

Dabei hatten sie doch formal und legal alles richtig gemacht, und jetzt müssen sie sich von den Zellern sagen lassen, dass die Erwartungshaltung an Entscheidungsprozesse in einer Demokratie eine komplett andere als die gerade gezeigte ist.
Gut, über den Ton kann man geteilter Meinung sein, aber haben wir Zeller nicht auch das Recht, unseren Unmut kund zu tun?
Am meisten gewundert hat mich dieses Erstaunen der Herren aus der Kommunalpolitik, dass sich Bürger so engagiert für ihr Umfeld interessieren und bereit sind sich dafür - übrigens auch konstruktiv - einzusetzen.

Dauerzwist vorprogrammiert

Allen Beteiligten ist die Notwendigkeit von Tierheimen bei der teils fragwürdigen Art und Weise unserer Gesellschaft, mit Konsum-Tieren umzugehen, klar, nur sollte man einen programmierten Dauerzwist mit den neuen Nachbarn tunlichst aus dem Wege gehen.
Und so dauerte es eine ganze Weile und etliche gezielte Zwischenfragen, bis endlich ein zaghaftes Kompromissangebot von Herrn Schneider kam.
Danach räumte er den Zellern acht Wochen Zeit ein, um einen geeigneteren Standort für das Tierheim im Kreis Haßberge zu suchen.
Allerdings lässt die mit acht Wochen doch sehr kurze Frist sowie die vermutlich eher einseitig festgelegten Kriterien dazu, was denn ein "passender Platz" für ein Tierheim ist, nicht allzu große Hoffnungen bei den Zellern aufkommen.
Meine Damen und Herren Kommunalpolitiker: Jetzt haben Sie die Chance, zu beweisen wie ernst Sie unsere demokratischen Grundwerte nehmen.

Alix Schlegel-Kaufung,
Zell am Ebersberg