Breitengüßbach — Ein weiteres Thema der Sitzung war der Bau einer Straßenbrücke über die Bahn am Kreisel im Süden von Breitengüßbach. Die Gemeinde verfolgt hier das Ziel, das Ortszentrum verkehrstechnisch zu entlasten und etwa über eine Ostumfahrung den Verkehr in Richtung Zückshut um Breitengüßbach herum zu leiten. Die Brücke wird ohnehin im Rahmen des ICE-Ausbaus von der Bahn zunächst als Behelfsbrücke ausgeführt und danach wieder abgebaut.
Für die Gemeinde stellt sich die Frage, ob die Brücke nicht dauerhaft errichtet werden könnte. Zunächst war dies auch vorgesehen, da als Ersatz für den Bahnübergang Kemmern eine Brücke für den landwirtschaftlichen Verkehr am Kreisel angedacht war. Nachdem Kemmern nun eine eigene Überführung südlich des aktuellen Bahnübergangs erhält, sind diese Pläne hinfällig.
Bürgermeisterin Sigrid Reinfelder (UBB) brachte allerdings keine guten Nachrichten mit. Eine Besprechung im Landratsamt, unter anderem mit Landrat Johann Kalb (CSU) und Kreisbauhofleiter Michael Dotterweich habe ergeben, dass der Landkreis keinen Bedarf für eine Ostumfahrung sehe. Dem Landkreis lägen noch andere Anträge für Umgehungsstraßen aus Orten vor, die ein höheres Verkehrsaufkommen aufweisen. Eine finanzielle Beteiligung sei damit ausgeschlossen.
"Die gesamte Baumaßnahme - Überführung oder Unterführung bzw. Ostumfahrung mit einer Kreisstraße oder nur Bau einer Ortsstraße mit Anbindung an die bestehenden Ortsstraßen - sollte im Zuge des geplanten zu erarbeitenden integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes der Gemeinde Breitengüßbach aufgearbeitet werden", heißt es im Protokoll der Besprechung. Der Bau einer Brücke, die dann eventuell über Jahre ungenutzt in der Landschaft stünde, werde nicht unterstützt.

"Derbe Abfuhr"

Gemeinderat Alexander Porst (SPD) war zwar ebenso enttäuscht wie der Rest des Gremiums, machte aber klar: "Das ist eine derbe Abfuhr für Breitengüßbach. Aber: Das Landratsamt möchte eine Gesamtidee, wie der Verkehr in Zukunft geleitet werden soll. Das führt zwangsläufig zum Städtebaulichen Entwicklungskonzept." Ein solches hat in den vergangenen Jahren zum Beispiel auch die Marktgemeinde Zapfendorf erstellt.