Die Erinnerungen an das dramatische Hochwasser im Mai/Juni 2013 sind bei den Bürgern und bei den Rettungskräften sowie den Bauhof-Mitarbeitern noch präsent. Der Landkreis Haßberge rüstet sich gegen solche Ereignisse und hat nun eine mobile Sandsackabfüllanlage gekauft. Das mühsame Schaufeln per Hand ist damit Geschichte. Rund 12 000 Euro kostet die Maschine, die 3000 Säcke pro Stunde mit Sand befüllen kann, wie das Landratsamt am Dienstag mitteilte. Der Freistaat Bayern fördert die Beschaffung aus dem Sonderinvestitionsprogramm "Hochwasser" mit 5447 Euro.
Unwetter und Starkregen haben im Landkreis Haßberge vor allem in den Jahren 2011 und 2013 zu größeren Hochwasser-Schadenslagen geführt. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass Sandsäcke universell einsetzbar sind und sozusagen das "Rückgrat" des Katastrophenschutzes bei der Hochwasserbekämpfung darstellen. Die Sandsäcke für den Einsatz im Landkreis Haßberge wurden bisher von Helfern des Technischen Hilfswerks (THW) und den nicht durch Hochwasser betroffenen Feuerwehren in Handarbeit mit einfachsten Hilfsmitteln befüllt. Diese Arbeit wird künftig durch die Sandsackabfüllanlage wesentlich erleichtert. Vereinfacht dargestellt, handelt es sich bei so einer Maschine um einen großen Einfülltrichter, an dem seitlich Abfüllstutzen herausmünden, an denen Sandsäcke befüllt werden können. Mit der Maschine ist es sogar möglich, nassen, gefrorenen oder sehr groben Sand und Kies abzufüllen.
Die Maschine kann per Dreipunktaufhängung, wie etwa ein Kunstdüngerstreuer, an einem Traktor oder Unimog befestigt und transportiert werden. Ebenso kann sie über Zapfwelle vom jeweiligen Trägerfahrzeug oder per Elektromotor betrieben werden. Sie kann also flexibel in der Nähe des Schadensortes betrieben werden, was die Sandsacklogistik vereinfacht.
Stationiert ist die Maschine beim Technischen Hilfswerk in Haßfurt. Betrieb und Bedienung der Maschine sollen unter Anleitung des THW die Feuerwehren leisten, die durch das Schadensereignis nicht betroffen sind. "Es handelt sich um ein breit aufgestelltes Konzept, das von allen Beteiligten getragen wird", freut sich Franz Lindner, Sachbearbeiter Katastrophenschutz am Landratsamt Haßberge in Haßfurt. "Unser gemeinsames Handeln steigert im Ernstfall die Effizienz", lautet sein Fazit. red