Im Interview äußert sich Fitzgerald Kusz zu seinem "Schlammschlacht". Die politisch unkorrekte Komödie in fränkischer Mundart hat an diesem Freitag auf der Naturbühne Premiere.

Lieber Fitzgerald, was fällt Dir zu Trebgast ein?
Fitzgerald Kusz: Seit "Unkraut", das 1987 zum ersten Mal in der wunderbaren Regie von Jürgen Peter und mit Liedern des noch unbekannten Wolfgang Buck aufgeführt wurde, bin ich freundschaftlich mit der Naturbühne verbunden. Ich friere gerne mit. Als Mittelfranke hat man es gern ä weng wärmer.

Die Aufführung Deines letzten Stückes auf der Naturbühne vor fünf Jahren - "Unkraut" - ist vielen Zuschauern noch als Gruselkabinett der Madame Tussaud in Erinnerung. Stichwort Geschlechtertausch: bärtige Mannsbilder drei Stunden auf Stöckelschuhen, Frauen testosterongeschwängert in tiefem Bass.
Da hat wieder mal das Regietheater zugeschlagen, das ohne Rücksicht auf Verluste ein starres Konzept durchsetzt. Der Text des Autors darf dabei ruhig auf der Strecke bleiben.

Deine "Schammschlacht" wurde 2006 am Ohnsorg-Theater uraufgeführt. Die Kritiker waren aus dem Häuschen. Warum aber Hamburg? Gibt es in Franken keinen Schlamm?
Es war ein Auftrag des Ohnsorg-Theaters, aber geschrieben habe ich das Stück in meinem landnürnberger Dialekt, der dann ins Plattdeutsche übersetzt wurde. Aus "Schlammschlacht" wurde "Slammslacht." In dieser Spielzeit hat nun das Stück endlich Bayern erreicht. Fünf Theater haben sich dafür entschieden!

Kusz und knackig gesagt, worum geht es in dem Stück ?
Um Kommunalpolitik, Kuhhandel und Korruption, die unausrottbare "Bauernschläue" .

Die Männer sind ja recht normal - durchschnittlich korrupt und sexuell aktiv. Die Frauen aber sind schon heavy: Ökotussi, Exprostituierte, Dorfschlampe. Wer wählt sowas in den Gemeinderat?
Ohne Zuspitzung gibt es kein Theater! Die "Schlammschlacht" ist eine politische Satire. Da muss doch jeder "Schlamm" am Stecken haben.

Am Freitag ist Premiere. Du sitzt in der ersten Reihe?
Klar, Kusz kommt.

Und erwartest?
Dass der Himmel gefallen an der Kloakenkomödie findet und keinen Sturzbach schickt wie beim "Luther".

Das Gespräch führte Wolfgang Schoberth.