Wer glaubt, dass sich die bereits aus der Landesliga Nord abgestiegenen Kunstadter Handballerinnen aufgeben, liegt komplett falsch. Denn die Spielerinnen von Trainer Udo Prediger verlangen den Gegnern alles ab. Das musste auch der TV Helmbrechts erkennen, der der HGK nach spannendem Kampf mit 25:26 (9:13) unterlag. Mit dem Sieg leistetete die HGK dem TV Weidhausen (16:28-Niederlage in Mintraching) im Kampf um den Klassenerhalt Schützenhilfe.
HG Kunstadt -
TV Helmbrechts 26:25
Es war Abstiegskampf pur mit jeder Menge Dramatik und am Ende mit Tränen auf beiden Seiten: Bei den Gastgeberinnen waren es Freudentränen über den dritten Saisonerfolg, beim TV Helmbrechts herrschte unübersehbare Enttäuschung über die knappe Niederlage, mit der die Ostoberfranken weiter auf einem Abstiegsplatz verharren.
Freuen durften sich aber auf jeden Fall die Zuschauer in der Kordigasthalle, die einem zu jeder Zeit spannenden Oberfranken-Derby beiwohnen durften. Dabei machten die Kunstadterinnen von Beginn an klar, dass sie sich in einer anderen Verfassung als noch im Hinspiel präsentieren wollten. "Das war ein Erfolg des gesamten Teams, bei dem wirklich jede einzelne Spielerin an ihre Grenze ging", resümierte die erschöpfte Steffi Huber. Dabei ging sie selbst mit gutem Beispiel voran und biss trotz Ellenbogen-Verletzung 60 Minuten die Zähne zusammen. Der Einsatzwille des gesamten HGK-Teams spiegelte sich erstmalig bei der 5:2-Führung (9.) wider. Die HGK strahlte von jeder Position Torgefahr aus und hatte mit Kerstin Pitterich den gewohnt starken Rückhalt im Tor.
Nach dem 13:9-Pausenstand merkte man den erfahrenen Helmbrechtsern aber den unbedingten Willen an, diese Partie noch drehen zu wollen. Das Spiel wurde deutlich schneller, aber auch hektischer. Das junge Kunstadter Team stemmte sich mit aller Kraft gegen die drohende Niederlage. Über Lisa Bornschlegel und Fabienne Seufert erhöhten die Gastgeberinnen sogar auf 16:11 (39.). Doch Helmbrechts spielte über Miri Aust, Kathrin Reif und Carolin Wirth seine ganze Klasse aus, kam trotz zweifacher Unterzahl erst zum 21:21-Ausgleich (48.) und wenig später über Lisa Jakob sogar zum 22:23.
Größter Trumpf der HGK war aber jetzt die Breite des Kaders. Egal ob Lisa Bauer, Franziska Röschlein oder Susanne Hümmer: In den entscheidenden Momenten präsentierten sich die Kunstadterinnen überraschend abgebrüht und treffsicher. Dies galt vor allem für Susanne Hümmer, die auch den Treffer zum 26:24 (59.) markierte. mts
HG Kunstadt: Pitterich, Dill - Seufert (7/1), Hümmer (5), Pühlhorn (5/2), Fürst (4/1), Bornschlegel (2), Bauer (1), Röschlein (1), A. Pitterich (1), Huber, Baier, Schneider, Weber / TV Helmbrechts: Brugger, Jahreiß - Reif (8/4), Wirth (5), Aust (5), Puchta (4), Jakob (3), Pöhlmann, Erhard, Klier, Wunner / SR: Herrmannstädter (Fürth), Richter (Nürnberg)