von unserer Mitarbeiterin Pauline Lindner

Forchheim — Die Skulptur von Arne Quinze, die vor dem Forchheimer Sparkassen-Gebäude aufgestellt werden soll, hat jetzt schon viele Reaktionen hervorgerufen. In ihnen wird nicht selten angezweifelt, ob es sich dabei tatsächlich auch um ein Kunstwerk handle.
Es ist ein Kunstwerk. Jedenfalls dann, wenn man den Thesen von Lars Blunk folgt. Blunk hat eine Professur als Kunsthistoriker an der Akademie in Nürnberg inne.


Große Resonanz

"Kunst ist nicht, Kunst wird erst", fasste er bei seinem Vortrag im Pfalzgewölbe zusammen. Kunst werde etwas erst dadurch, dass darüber diskutiert werde. Blunk griff bei seiner Definition auf Aussagen des Dadaisten Tristan Tzara zurück, der schon um 1920 sagte: "Ein Kunstwerk ist niemals schon."
Zum Vortrag Blunks eingeladen hatte der Förderverein der Forchheimer Pfalz. Der Verein stieß damit auf große Resonanz. Blunks Thema war die moderne Kunst, in etwa die Kunstepoche zwischen 1850 und 1950. Als Vorbemerkung trennte Blunk scharf die Begriffe "moderne Kunst" und "zeitgenössische Kunst".
Zwei Thesen charakterisieren nach Blunk die moderne Kunst. Erstens: Sie hat sich immer als zeitgemäß, als gegenwärtig begriffen. Aus diesem Verständnis von Gegenwart folgt die zweite These Blunks: "Die moderne Kunst war getrieben, immer wirklichkeitsgemäßere Ausdrucksformen zu finden."


Szene von Begräbnis

Das begann mit Gustave Courbet, der im Format eines akademischen Historienbildes eine ländliche Begräbnisszene abbildete und so einen Skandal auslöste, weil er die Wertordnung der akademischen Malerei aushebelte.