Auch wenn zu Beginn die Flötengruppe des Spielmannszuges Höchstadt "Miss Marple" spielte, im Landhotel "3Kronen" war kein Kriminalfall aufzuklären. Die Kreissparkasse Höchstadt hatte zur Spendenübergabe für Nachwuchsmusiker aus ihrem Verbreitungsgebiet eingeladen, von denen jede Gruppe mit einhundert Euro bedacht wurde.
Die Kreissparkasse Höchstadt lege ein besonderes Augenmerk auf die Jugendförderung, erklärte der Vorstandsvorsitzende Reinhard Lugschi zu Beginn. "Hier wird der Grundstein gelegt, um Heranwachsende dauerhaft zu bürgerschaftlichem Engagement zu motivieren."
Die Spendenübergabe sei auch keine einmalige Sache, denn im Vordergrund der Sparkasse stehe ein öffentlicher Auftrag, und durch die Unterstützung von Kultur, Sport, Kirche und Musik leiste das Institut einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität. Dass dies auch künftig so sein wird, betonte auch der Verwaltungsratsvorsitzende, Landrat Alexander Tritthart (CSU).
In seiner Rede nahm Tritthart Bezug auf die erst unlängst beschlossene Fusion der Sparkassen Höchstadt und Erlangen und zeigte sich über das Verhalten des Höchstadter Stadtoberhauptes und Mitgliedern des Stadtrates deutlich verärgert. "Ich finde es schade, dass ein demokratischer Beschluss von Bürgermeister Gerald Brehm und einigen seiner Stadträte auch in beleidigender Form kritisiert und in Zweifel gezogen wird. Es ist ein Unding, dass auch der Vorstandsvorsitzende persönlich angegriffen wird", erklärte der Landrat unter Beifall.
Die Verantwortlichen hätten sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und es seien zahllose Gespräche geführt worden, denn es gehe um die Kunden gleichermaßen wie um die Mitarbeiter. Er, der Landrat, lasse sich kein undemokratisches Verhalten vorwerfen, wenn der Kritiker selbst eine Lehrstunde in Sachen Demokratie benötige.


Kritik an den Kritikern

Die lautstarken Kritiker hätten kein Gespräch mit den Verantwortlichen gesucht, sondern lieber Unwahrheiten verbreitet und versucht, die Bevölkerung zu spalten. Außerdem sei ein Bürgerbegehren zum Beispiel bei geplanten Investitionen von Kommunen oder möglichen Baumaßnahmen eher angebracht als bei wichtigen Entscheidungen eines Wirtschaftsunternehmens, schließlich übernähmen die Kritiker auch das Risiko nicht.
Zurück bei der Musik erklärte der Landrat, dass diese zur fränkischen Lebensart gehöre und dass sowohl der Landkreis als auch die Sparkasse Musik und Gesang auch in Zukunft unterstützen werden. Unter anderem unterstütze die Sparkasse seit vielen Jahren den Wettbewerb "Jugend musiziert", bei dem musikalische Talente zu Höchstleistungen angespornt werden.
In diesem Zusammenhang hob Reinhard Lugschi auch den Musikrat des Landkreises hervor, der dank der großzügigen Unterstützung durch den Landkreis eine tolle Arbeit leiste. "Jeder Euro ist bei den jungen Musikerinnen und Musikern bestens angelegt. Die Sparkasse wird trotz des Gewinnrückgangs ihrem Auftrag nachkommen und leistet dazu einen jährlichen Beitrag von rund 150 000 Euro", erklärte der Vorstandsvorsitzende. Die Musikvereine würden neben weiteren Organisationen einen wichtigen Beitrag leisten und seien aus dem öffentlichen Leben nicht mehr wegzudenken. "Deswegen wollen wir mit der heutigen Spendenübergabe Danke sagen, Danke für das, was ihr für uns und für die Gesellschaft tut."
Bernhard Schwab, Vorsitzender des Musikrates, bezeichnete den Nachmittag als sehr erfreulich, und die Spende werde sehr sinnvoll angelegt. "Wer Musik spielt, fühlt und denkt anders. Wir sind stolz auf die Leistungen unser jungen Musiker", erklärte Schwab. Der Vorsitzende des Kreisverbandes des Nordbayerischen Musikbunds, Clemens Vykydal, bezeichnete die Übergabe als eine Kulturförderung auf höchstem Niveau.
Dass das Geld auch wirklich gut angelegt ist, davon konnten sich die geladenen Gäste überzeugen, und sowohl die sieben Musiker des Spielmannszuges als auch das Klarinetten-Trio der Jugendkapelle Aurachtal erhielten für ihre musikalischen Beiträge viel Beifall.
Richard Sänger