Kaiser Karl IV. wurde vor 700 Jahren - am 14. Mai 1316 - in Prag geboren, und er gilt als einer der bedeutendsten Herrscher im europäischen Hochmittelalter. Große Aus-stellungen in Nürnberg und Prag erinnern in diesem und im nächsten Jahr an ihn. Es lohnt sich, auch einen Blick auf die unmittelbaren Folgen der Politik dieses Herrschers zu richten.
Hierzu gehört, dass an der von Karl gegründeten Universität in Prag die einheimischen Professoren bald schon zu Beginn des 15. Jahrhunderts die Oberhand gewannen und ihre theologischen und philosophischen Ansichten durchzusetzen versuchten. Prominentester Vertreter dieser Gruppe war Jan Hus, der sehr schnell viele Anhänger gewann. Er wurde zum großen Gegner König Sigmunds und beim Konzil zu Konstanz 1415 zum Verbrennungstod verurteilt. Seine Anhänger verfolgte man in diversen Kreuzzügen.
Die blutigen Rachezüge der Hussiten suchten vor allem die Gebiete der westlichen Nachbarn Böhmens heim. Höhepunkt war der Zug Prokops des Großen durch das heutige Oberfranken im Jahre 1430, wobei auch Kulmbach nicht verschont wurde.
Der Historiker Walter Tausendpfund aus Pegnitz wird diese in vielfacher Hinsicht äußerst unruhigen Zeiten mit den blutigen Kreuzzügen, Brandschatzungen und Plünderungen in einem Vortrag beim Colloquium Historicum Wirsbergense am Donnerstag behandeln. Daneben wird er aufzeigen, wie sich diese religiöse Bewegung wandelte und zu einem wichtigen "Vorspiel" der Reformation im 16. Jahrhundert wurde. Der Vortrag im Vereinszimmer des Mönchshof-Bräuhauses beginnt um 19.30 Uhr; Eintritt frei. red