von unserem Mitarbeiter Thomas Weichert

Kühlenfels — Wenn sich Fußballer leere Farbeimer an die Beine binden, sich Mensch-ärgere-dich-nicht-Hütchen aufsetzten, aus Saugmaschinen Bier im Akkord trinken, und wenn dies alles noch ein echter Doktor der Medizin lustig moderiert, dann ist Kerwa in Kühlenfels.
So geschehen bei den traditionellen "Kümmersa Schofmelkerspielen" zum 675. Kühlenfelser Kirchweihjubiläum.


Prächtig amüsiert

In den vergangenen drei Jahren mussten die berühmten Schofmelkerspiele wegen schlechtes Wetter ausfallen.
Auch heuer standen sie wieder Spitz auf Knopf, da es gegen 14 Uhr in Kühlenfels noch regnete. So mussten die Spiele auf den späteren Nachmittag verschoben werden. Es wäre laut Franz Macht jammerschade gewesen wenn sie wieder ausgefallen wären. Sind doch die "Alkoholleichen vom Vorabend extra so früh aufgestanden, um an den Spielen teilnehmen zu können". Wenn "Kerwa in Kümmers" ist, dann ist das ganze Dorf im Ausnahmezustand und Macht als Sportvereinschef mindestens eine Woche im Praxisurlaub.
Das ist für den Gößweinsteiner Faschingsehrenpräsidenten und Pottensteiner Stadtrat fast so was wie Karneval im Sommer. Die Zuschauer, dies dieses Mal allerdings weniger zahlreich als sonst gewesen sind, waren wie immer begeistert und amüsierren sich prächtig, wenn Machts Kerwaburschen lustige Einlagen auf der Wiese hinter dem großen Festzelt boten. Einem der Kerwabuschen blutet nach einen bösen Foul sogar die Nase. Das machte aber nichts, befand Macht und rät , sich ein Papiertaschentuch in die Nase zu stopfen. Macht war natürlich gleichzeitig der Mannschaftsarzt, und so konnten die Schofmelkerspiele problemlos weitergehen. Selbst dann, als ein Farbeimer zerbrach.
"Früher hielten die Farbeimer noch mehr aus", kommentierte Macht. Welche Mannschaft am Ende gewinnt, spielt am Ende im Grunde keine Rolle. Es ging nur um die Gaudi, die am Kerwamontag mit dem Umzug der Schofmelker und dem Rasieren der holden Weiblichkeiten wieder ihren Höhepunkt gefunden hat.