Die Agrarindustrialisierung in Kleinweisach nehme Ausmaße an, die nicht mehr hinnehmbar wären. Diese Kritik hatten zwei Bürger der Ortschaft in der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung zur Aufstellung eines Bebauungsplans geäußert.
Im Vestenbergsgreuther Rathaus ging es am Montag um den Bebauungsplan für das Sondergebiet "Mikroalgenkultivierung in Kleinweisach". Es galt, die eingegangenen Stellungnahmen und Bedenken abzuwägen. Eine Aufgabe, die dem Burghaslacher Planer Frieder Müller-Maatsch zukam und die mehr als eine Stunde Zeit beanspruchte.
Die eingangs genannten "direkten Anlieger" beklagten, bereits durch Geruchsbelästigungen aus dem nahen Hühnerstall und der Biogasanlage in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt zu sein. Hinzu komme die Lärmbelästigung beim Befüllen der Siloanlage. Das geplante Sondergebiet zur Mikroalgenkultivierung liegt im Westen von Kleinwei-sach und grenzt unmittelbar an das Areal Winkler, auf dem eine Biogasanlage und Geflügelzucht betrieben werden. Geplant sind drei Hallen, jeweils 30 mal 75 Meter groß, zur Anzucht von Mikroalgen, zudem ein Nebengebäude für Verwaltung und Lager.
Auf Anonymität bestand ein weiterer Gemeindebürger/in, der das laufende Verfahren aus den unterschiedlichsten Aspekten beleuchtete und kritisierte. Das ging von der Finanzierung der Anlage über Interessenverknüpfungen, Fremdenverkehr bis hin zur Einbindung der Anlage in das Landschaftsbild. Der Fremdenverkehr werde abgeschreckt, fand der Einwandsführer. Durch den Bau der Anlage habe Kleinweisach "den ehemals reizvollen Charakter des putzigen Steigerwaldortes nachhaltig verspielt".


Synergieeffekte mit Biogasanlage

Müller-Maatsch machte darauf aufmerksam, dass zu unterscheiden sei, was nach städtebaulichen Aspekten abzuwägen sei und was keinerlei Bezug zum Verfahren habe. Entsprechend wurden auch die Beschlüsse gefasst. Darin wurde auch darauf hingewiesen, dass die bestehenden landwirtschaftlichen Anlagen voll genehmigt sind. Für die Standortwahl seien die Synergieeffekte zwischen der Biogasanlage und der Mikroalgenkultivierung ausschlaggebend. Die vorgesehene Zufahrt diene auch der Anbindung der Biogasanlage.
Im Übrigen sei die Anlage eingehaust, so dass mit Geruchsbelästigung oder Feuchtigkeit nicht zu rechnen sei. Mit dem Landratsamt seien bereits ausführliche Gespräche geführt worden. Fachbehörden und die Regierung von Mittelfranken hätten keine Einwendungen.


Gemeinderat gibt grünes Licht

Einige Forderungen hinsichtlich Eingrünung und Ausgleichsfläche kamen vom Umweltamt im Landratsamt. Müller-Maatsch nahm diese in die Planung auf. Letztendlich wird eine "externe" Ausgleichsfläche von 5245 Quadratmetern benötigt, die in der Gemarkung Frimmersdorf nachgewiesen werden kann. Hinsichtlich der Abwässer bezog das Wasserwirtschaftsamt Stellung. Dazu wurde festgestellt, dass bei der Produktion kein Schmutzwasser anfällt, da es sich um geschlossene Wasserkreisläufe handelt und das Wasser immer wieder verwendet wird.
Lediglich im Sanitärbereich für das Personal falle Schmutzwasser an. Dieses werde über die südlich am Gelände verlaufende Druckleitung dem gemeindlichen Abwassersystem zugeführt. Der Planentwurf wurde einstimmig gebilligt.