von unserem Mitarbeiter Manfred Wagner

Haßfurt — Warum man eigentlich auf der Zielgeraden das Pferd wechseln wolle, lautete die einzige kritische Nachfrage aus dem Haßfurter Bau- und Umweltausschuss. In wenigen Sätzen konnte Bürgermeister Günther Werner (Wählergemeinschaft Haßfurt) den Einwand von Jürgen Kehrlein schlüssig entkräften. Ohne große Diskussion befürworteten anschließend die Stadträte einstimmig die beantragte Änderung zum Thema Windkraftanlage 88 (WK 88).
Wie mehrfach berichtet, will die Gesellschaft zur Umsetzung Erneuerbarer Technologieprojekte (GUT Haßberge) den geplanten Windpark im Sailershäuser Universitätsforst in veränderter Form umsetzen. Das betrifft in erster Linie den Anlagentyp. Statt der Generatoranlagen vom Typ Vestas V112 mit 3,0 MW Leistung sollen nun Windmühlen des Typs Nordex N117 mit 2,4 MW Leistung errichtet werden. Drei wesentliche Aspekte umfasst die geplante Änderung: Erstens ist die Leistung der neuen Windräder um 0,6 MW niedriger, zweitens erhöht sich baulich gesehen die Gesamthöhe jedes Rades von 196 auf 199 Meter und drittens sinken die Investitionskosten um rund zehn Prozent auf rund 45 Millionen Euro.
Dass die neu geplanten Spargel 20 Prozent weniger Leistung bringen, sieht der Rathauschef nicht als gravierenden Nachteil. Die Spitzenleistung von 3,0 MW werde nur dann erzielt, wenn der Wind aus vollen Backen blase. Diese Situation aber gebe es in unseren Breiten nur spärlich. Entscheidend sei vielmehr, dass die nun geplanten Anlagen auch schwächeren Wind besser nutzen könnten und damit einfach effektiver seien. "Von diesem Modell stehen mehr als 10 000 Stück - und die laufen problemlos!" so Werner weiter. Bei der ursprünglichen Antragstellung, erläuterte das Stadtoberhaupt weiter, sei der Nordex-Typ nicht lieferbar gewesen.
Betroffen ist Haßfurt eigentlich nur durch seinen Stadtteil Sailershausen. Der dort geplante Abstand von 955 m zur Wohnbebauung stelle sicher, dass laut Flächennutzungsplan im Nordwesten noch ein weiteres Baugebiet ausgewiesen werden könnte, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Auch hinsichtlich der Schall- und Schattenwirkung hält das Stadtbauamt den Abstand für ausreichend. Dass der Naturschutz nicht unter die Räder komme, sehe man am geltenden Waldfunktionsplan des Landwirtschaftsministeriums. In diesem Plan wird dem Sailershäuser Wald "keine besondere Funktion" zugewiesen.