Zum Thema Oberleitungsschaden der Bahn am vergangenen Samstag erreichte den FT auch dieser Leserbrief:

Das Krisenmanagement der DB hat hier total versagt. Am vergangenen Samstag wollten wir mit dem Regionalexpress um 14.36 Uhr von Bamberg nach Nürnberg fahren. Diese Verbindung fiel durch einen Oberleitungsschaden aus.
Die Durchsage verwies auf die S-Bahn um 15.12 Uhr bis Hirschaid. Von dort wird ein Schienenersatzverkehr bis Vach eingerichtet, hieß es. In Hirschaid standen dann rund 200 Leute auf der Straße in der Kälte.
Zwei Busse kamen endlich nach ca. 45 Minuten, die sofort gestürmt wurden. Später kam noch ein Bus, der allerdings nur bis nach Erlangen fuhr und auch sofort überbesetzt war. Nach etwa zwei Stunden Wartezeit bot die DLRG, deren Vereinsheim gegenüber lag, den Wartenden an, dass sich wenigstens die älteren Leute und die stark unterkühlten Fahrgäste bei ihnen etwas aufwärmen können. Nachdem jede Stunde ein weiterer Zug Hunderte Fahrgäste bis Hirschaid brachte, war eine Weiterfahrt per Bus für uns ältere Fahrgäste weiterhin unmöglich. Zum Glück konnten sich viele Leute einen privaten Abholdienst organisieren. Auch wir konnten auf diese Weise um 19 Uhr endlich abgeholt werden .
Es war einfach unverschämt, alle Leute von Bamberg wegfahren zu lassen, obwohl die vielen Fahrgäste in Hirschaid auf der Straße in der Kälte stehen, ohne Information und ausreichende Möglichkeiten, weiterzukommen. Eine Information in Bamberg über Ausweichstrecken via Bayreuth oder Würzburg wäre eine gute Lösung gewesen.
Von der Bundesbahn sollte man in einem derartigen Fall einen Notfallplan erwarten können und Informationen über mögliche Umleitungsstrecken. Es war eine Zumutung, die Fahrgäste bei eisigen Temperaturen einfach an einem Bahnsteig ohne Aufenthaltsraum und Personal abzusetzen, wohlwissend, dass nicht ausreichend Busse zur Verfügung stehen.
Dankbar darf man der DLRG Hirschaid sein, die ihren warmen Aufenthaltsraum zur Verfügung stellte und heißen Tee ausschenkte, damit die durchgefrorenen Fahrgäste sich wenigstens kurzzeitig aufwärmen konnten.
Elfriede und Manfred Marr
Nürnberg