Krankenkassen müssen die Kosten für Haar-
ersatz bei älteren Männern nicht übernehmen. Auch wenn der Haarausfall krankheitsbedingt ist. So entschied das Bundessozialgericht und wies die Forderung eines 76-Jährigen zurück (Az. B 3 KR 3/14 R).
Wie die Deutschen Anwaltshotline berichtet, leidet der Mann krankheitsbedingt an vollständiger Haarlosigkeit. Seit seinem 42. Lebensjahr hat ihn deshalb die Krankenkasse mit Perücken versorgt. Diese weigerte sich nun aber wegen seines fortgeschrittenen Alters, weiter für das Kunsthaar aufzukommen. Schließlich sei eine Glatze nicht untypisch bei älteren Männern. Der Mann kaufte sich daher aus eigener Tasche eine Perücke für über 800 Euro.
Obwohl die vorherigen Gerichte seine Forderung ablehnten, beharrte er auf Kostenübernahme. Denn seine Kahlköpfig keit beeinträchtige ihn psychisch.
Doch das Bundessozialgericht bezeichnete es als üblich, dass Männer mit zunehmendem Alter das Kopfhaar verlieren. Das sei weder eine Krankheit noch eine Behinderung und führe auch nicht dazu, dass der Betroffene entstellt und deswegen ausgegrenzt wird. "Es ist auch gerechtfertigt, dass die Krankenkassen bei weiblichen Patienten anders entscheiden, denn bei Frauen ist Haarausfall selbst im hohen Alter eher untypisch", erklärt Rechtsanwalt Andreas Fischer. Die Perücke sei für den Mann also eher eine kosmetische Maßnahme, die Krankenkasse nicht bezahlen muss. red