Es ist ein beeindruckendes Schauspiel, wie sich der rund zehn Meter lange und zweieinhalb Meter breite feuerrote Autokran der Firma Markewitsch am Dienstagmorgen in die Lange Zehntstraße zirkelt, um dort den Kran aus der Baustelle des Krönlein-Areals abzubauen. Millimeterarbeit ist das, stundenlang sind die Arbeiter konzentriert bei der Sache. Die auf dem Boden dirigieren den Kranfahrer, der die Einzelteile des Krans am Auslieger hängen hat und auf den Tieflader verlädt. In über 70 Metern Höhe des Krans laufen derweil zwei weitere Arbeiter gut gesichert auf dem Auslieger, befestigen die Tragseile und lösen dann die Bolzen, damit die Einzelteile des Krans weggehoben werden können.


Einhausung bleibt noch länger

Der Abbau des 73 Meter hohen und mit einem 55 Meter langen Auslieger versehenen Krans, der im Inneren des Krönlein-Areals stand und um den herum der Neubau des Geschäfts- und Wohnhauses am Georg-Wichtermann-Platz mitten in der Innenstadt entsteht, ist ein weiterer Meilenstein auf der Baustelle. Vor rund einem Monat wurde Richtfest gefeiert, nun ist der Rohbau endgültig fertig, der Innenausbau beginnt. "Wir liegen im Zeitplan", bestätigt Polier Roland Nied von der Firma Riedelbau, die gemeinsam mit der Firma Glöckle nach Plänen der Ropertz & Partner Planungsgesellschaft mbH (Duisburg) das neue City-Karree baut. Schwierigkeiten hat es auf dem Bau, der im Mai vergangenen Jahres mit dem Abriss eines Teils der bestehenden Häuser begann, keine gegeben, so Nied. Lediglich die Schlechtwetterphase im Februar und März sei unangenehm gewesen.
Das Baustellenmanagement funktioniert bisher sehr gut. Die Einhausung in der Keßlergasse und der Kirchgasse ist zwar nicht sonderlich hübsch, aber notwendig. Sie wird laut Roland Nied auch noch eine Weile stehen bleiben müssen, da das Gebäude noch nicht verputzt ist und außerdem die Feuerwehr die aus Sicherheitsgründen vorgeschriebenen Fluchttürme für die angrenzenden Gebäude dort stehen hat. Erst wenn alles fertig ist und auch die Feuerwehr das O.K. gegeben hat, werden die Einhausungen abgebaut. Das wird aber erst in einigen Monaten sein.
Gleichwohl zog OB Sebastian Remelé beim Richtfest erleichtert Bilanz. Das befürchtete Verkehrschaos in der Zehntstraße blieb aus. Der Terminplan wurde eingehalten. Und: "Die Ladenbesitzer aus der Nachbarschaft reden noch mit mir", so der OB erfreut, der sich bewusst ist, dass die vielen Baustellen in diesem Sommer in der Innenstadt - neben dem Krönlein-Areal wird ja auch noch die Spitalstraße saniert und ist die Maxbrücke wegen der Bauarbeiten dort nur stadtauswärts befahrbar - die Geschäftswelt stark belasten. Remelé verspricht sich von dem großen Kupsch-Markt samt Backshop im Erdgeschoss (Bezug Oktober), den darüber liegenden Büroflächen (auch für das städtische Jobcenter, Bezug Ende 2017) und dem Wohnen in den oberen Stockwerken eine Belebung der Innenstadt.
Die Fertigstellung aller Einheiten ist für 2018 angekündigt. Nur eine Wohnung ist noch nicht vergeben. Auch sind noch 600 Quadratmeter Bürofläche zu haben. Im Untergeschoss sind private und allgemein genutzte Kellerräume sowie die Tiefgarage mit 21 Stellplätzen für die Bewohner. Der Eingang zum Kupsch-Markt ist an der Ecke Georg-Wichtermann-Platz/Keßlergasse. Die Büroeinheiten im ersten und zweiten Obergeschoss sind als flexible Zonen konzipiert. Der Zugang zum Jobcenter erfolgt aus der Langen Zehntstraße. Die Wohnungen werden über das Treppenhaus an der Keßlergasse erreicht. Die 13 Wohnungen im dritten und vierten Obergeschoss (teilweise mit Loggien und Terrassen) orientieren sich nach Osten und nach Westen.


"Pforte zur Innenstadt"

Bieten wird das 17,5 Millionen Euro teure City-Karree 1600 Quadratmeter Ladenfläche, 2500 Quadratmeter Bürofläche und 1400 Quadratmeter Wohnfläche. Für Remelé setzt das Konzept für die "Pforte zur Innenstadt" den richtigen Akzent - auch baulich.
Außerdem sind am City-Karree auch die Belange des Denkmalschutzes durch die Einbeziehung der historischen Gebäude an der Langen Zehntstraße berücksichtigt.