von unserem Mitarbeiter Markus Häggberg

Lichtenfels — Ein aufgebrachter Ehemann stand am Mittwoch vor dem Amtsgericht. Der Vorwurf: Er soll seinen Rivalen vorsätzlich mit einem Kopfstoß verletzt haben. Zwar räumte der 48-jährige Konstrukteur aus Altenkunstadt den Vorwurf ein, aber die Entschuldigung geschah unter Vorbehalt.
Von einer "lebensgefährlichen Behandlung" sprach Staatsanwalt Christian Pfab in Bezug auf das, was Kopfstöße gegen die Nase sein können. Schiebt sich die Nase in den Schädel, kann es zu schweren, oft tödlichen Hirnverletzungen kommen. Dies geschah an jenem Junitag 2014 an einem Altenkunstadter Baggersee nicht. Aber Schmerzen und Nasenbluten trug der leidtragende Kulmbacher Konditor doch davon.
Es war gegen 10.15 Uhr, als jemand bei ihm an die Scheibe des Wohnmobils klopfte. Dieser Jemand war der Ehemann der Frau, die sich gerade im Wohnmobil aufhielt. Schon im März, so der Angeklagte, habe er seine Frau "mit dieser Person" erwischt. Schon mehrfach hätten sich der Konditor und die Ehefrau "miteinander vergnügt". Aber das, so der Konstrukteur unter der Befragung von Richter Christoph Lehmann, sei nicht der Grund für die Handgreiflichkeit gewesen. Viel mehr habe ihn gestört, dass der Liebhaber seiner Frau nun auch noch die Kinder gegen ihn aufwiegeln würde, so der Angeklagte aus Altenkunstadt. Zudem soll der Konditor ihm höchstselbst mitgeteilt haben, dass er ihn für einen schlechten Vater halte. Kurz vor dem Vorfall selbst, habe der Konditor sogar vor der Wohnung des Angeklagten gestanden, um diesen Vorwurf zu bekräftigen und zu wiederholen.
So weit die Erinnerungen und Ansichten des 48-Jährigen, die sich von denen des Opfers weit unterschieden. "Da war gar nichts dran", erklärte der Kulmbacher zu den ihm durch den Ehemann gemachten Vorwürfen. Nur einmal sei es zu Diskrepanzen gekommen, als der Beschuldigte seiner Frau den Haustürschlüssel abnahm, an dem ja nun auch der des Kulmbachers hing. "Da fühlte ich mich bedroht", so der Mann.
"Ich gehe von einem normalen Kopfstoß aus, nicht lebensgefährlich", erklärte Staatsanwalt Christian Pfab. Jedoch hielt er dem Beschuldigten vor, dass sein "Geständnis schleppend und mit dem Versuch zu relativieren" gewesen sei. Auch die Entschuldigung war mit dem Versuch des Relativierens behaftet. Denn: Der Angeklagte machte in seinen Worten einen Unterschied zwischen menschlicher und göttlicher Gerechtigkeit. 3600 Euro Geldstrafe forderte Pfab für das Vergehen des bislang völlig unbescholtenen Bürgers. 2600 Euro verhängte Richter Lehmann.

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