Kloster Banz — Die letzte halbstündige Orgelmatinee in Kloster Banz am Sonntag, 27. Juli, um 11.30 Uhr wird von dem Studienrat und Kirchenmusiker Axel Stumpf aus Schmölz bei Küps ausgestaltet. Auf dem Programm stehen Werke von Johann Sebastian Bach und Carl Philipp Emanuel Bach.
Zu Beginn erklingen zwei Orgelsonaten des Bach-Sohnes Carl Philipp Emanuel, der auch als der "Berliner oder Hamburger Bach" in die Musikgeschichte eingegangen ist und zudem als berühmtester Vetreter der Bachs nach Johann Sebastian gilt. Typisch für die Orgelsonaten - es sind die in D-Dur und a-Moll zu hören - ist der Verzicht auf das Orgelpedal und die Bevorzugung der dreisätzigen Form, mit einem schnellen Ecksatz und einem langsamen Mittelsatz. Der Grund, das Pedal kaum zu verwenden, hat sicherlich mit dem Stilwandel hin zur Frühklassik zu tun. Hier hatte C.Ph. E. Bach erheblichen Einfluss auf diese Entwicklung, was vor allem für den Bereich der Klaviermusik gilt.
Am Ende des Konzertes kommt die Orgelphantasie in g-Moll, BWV 542, von J. S. Bach zu Gehör, die aus der Zeit um 1720, also als Bach eine Anstellung in Köthen innehatte, stammt. Diese sechsteilige Phantasie besticht durch ihre harmonischen Kühnheiten und nimmt darin geradezu den Stil Regers vorweg.
Axel Stumpf ist Studienrat an der Siegmund-Loewe-Schule in Kronach. Neben seiner Tätigkeit als Lehrer arbeitet er als Kantor und Organist in den Dekanaten Kronach und Michelau regional. Unter anderem leitet er den Kirchenchor in Schmölz und teilt sich die Leitung der fusionierten Männerchöre aus Mannsgereuth und Marktgraitz mit Günther Welsch, dem Chorleiter aus Marktgraitz. Seit vielen Jahren hört man Axel Stumpf zu verschiedenen Anlässen an der Orgel in Kloster Banz, wo er sich zudem regelmäßig an den sommerlichen Matineen beteiligt. Das Instrument in der Stiftskirche mit 35 klingenden Registern auf zwei Manualen und Pedal wurde 1745 bis 1748 von Joh. Phil. Seuffert, Würzburg, für Kloster Grafschaft errichtet und nach zwischenzeitlicher Verwendung in Frankenberg an der Eder 1987 durch Gerald Woehl, Marburg, und seine Mitarbeiter in das Gehäuse der bis 1903 bestehenden Banzer Seuffert-Hauptorgel eingesetzt.
Wie immer bei den Matineen ist der Eintritt frei. Am Ausgang wird um eine angemessene Kollekte für die Erhaltung der wertvollen Orgel gebeten. RH