Seit 2015 gab es den ersten deutschlandweiten Tag der Städtebauförderung. Auch am Samstag wurden nun bundesweit durch mehr als 500 Kommunen Projekte vorgestellt, die aus diesem Fördertopf finanziert wurden oder werden. In Mechenried und Haßfurt informierten sich die Bürger.
"Die Städte sollen zeigen, was mit dem Geld gemacht wird", erzählte der Haßfurter Stadtbauamleiter Robert Barth. In der Rathaushalle der Kreisstadt war eine Ausstellung aufgebaut. Auf Stellwänden konnten die Besucher alte Fotos von Haßfurt betrachten sowie aktuelle Baupläne. Barth nahm sich die Zeit, den Bürgern etwas über die Projekte zu erzählen. "Man sieht wirklich: Die Stadt ist umgekrempelt worden seit 1975." Laut Barth fand in den 70er und 80er Jahren ein richtiger Aufbruch statt: Beispielsweise wurde die Brauerei Hiernickel, die 1999 ihren Betrieb eingestellt hatte, abgerissen und dort ein Seniorenzentrum errichtet; es wird seit 2003 betrieben. Gezeigt wurde auch kürzlich Umgesetztes wie die Neugestaltung des Platzes zwischen neuem Rathaus, Landratsamt und Stadthalle oder das sanierte Beinhaus an der Ritterkapelle, das zu einem Dokumentationszentrum wurde.
Zentrales Thema in Haßfurt ist die Barrierefreiheit. Eines der nächsten Ziele ist der barrierefreie Zugang zur Stadthalle. Momentan gelangen gehbehinderte Besucher nur über die Rückseite ins Gebäude, wobei der Weg durch die Küche führt. Bald sollen auch sie den Haupteingang nutzen können. Auch wie aus dem Getreidespeicher von 1500, später von der Firma Baywa genutzt, die heutige Stadthalle wurde, konnten die Besucher nachvollziehen.


Alt und Neu verbunden

In der Gemeinde Riedbach war im Gemeindeteil Mechenried parallel zum Feuerwehrfest Betrieb am neuen Bürgerhaus, das derzeit im Bau ist. "Die Idee war, ein Bürgerhaus zu gründen, das allgemein genutzt wird", erklärte Gemeinderat Armin Holzheimer, der Bürgermeister Bernd Fischer vertrat. Mit dem Schweinfurter Architekten Dag Schröder, der das Gebäude entworfen hat und als Spezialist für alte Bausubstanz gilt, führte Holzheimer Gäste über die Baustelle. Für das Projekt erhält ein altes, bestehendes Haus einen modernen Anbau. "Eine Ärztin hatte den Wunsch, mit in das Projekt zu gehen", berichtet Holzheimer. Das hatte zwar zur Folge, dass die als Praxis genutzten Räume nicht wie der Rest des Bauprojektes mit 80 Prozent vom Staat gefördert werden können, doch der Gemeinde war es wichtig, für die medizinische Versorgung vor Ort zu sorgen. Bald soll außerdem der Abriss und Neubau des nahen Kindergartens anstehen. So ist im neu gebauten Teil des Bürgerhauses bereits eine Stelle für einen möglichen Wanddurchbruch vorbereitet. Hier soll später der neue Kindergarten angeschlossen werden, so dass beide Gebäude einen gemeinsamen Eingang haben. Der Kindergarten befindet sich in kirchlicher Trägerschaft und damit nicht in der Verantwortung der Gemeinde. "Die Kirche hat ihre eigenen Architekten", erzählte Holzheimer. Jedoch fanden die Planungen für die beiden Häuser in enger Absprache statt. Der Gartenbereich vor dem neuen Bürgerhaus soll künftig für Veranstaltungen genutzt werden.