Auch wenn es kein Bier zum Stadtspektakel zu verkosten gilt - dies findet erst wieder 2017 statt - so treffen sich doch die Viertelmeister und die historischen Gruppen am kommenden Donnerstag ab 19 Uhr im Kaiserhof, um wie jedes Jahr eine Bierprüfung vorzunehmen. Nicht dass es dem Bräu Thomas Kaiser einfällt, die "Nachela" vom diesjährigen Crana-Historica-Fest den historischen Besuchern einzuschenken.
Es kann natürlich auch sein, dass er anlässlich des 500. Jubiläums des Reinheitsgebots eine Überraschung parat hat und ein vollkommen neues Bier kredenzt. Vielleicht ein Craft-Bier, über das momentan so viel geschrieben und geredet wird. Oder gar ein Jungbrunnen-Bier? Vielleicht ein Rauchbier?


Zu Ehren der Kronacherinnen

Zu Kronach würde aber eher ein typisches Frauenbier passen. Denn in keiner fränkischen Stadt genießen die Frauen ein so hohes Ansehen wie in Kronach, heißt es. Seit Kronacherinnen im Dreißigjährigen Krieg den Schweden die heiße Würze aus der Sudpfanne des Brauhauses am Bamberger Tor über die Köpfe schütteten und so ein Eindringen der Angreifer verhinderten, seitdem genießen die Kronacher Frauen zu recht dies hohe Ansehen. Wäre es da nicht an der Zeit, sie mit dem einem Bier - femininer Art zu ehren?


Weibliche Gefäßgröße

Was würde aber geschmacklich den Kronacher Frauen gefallen: das Hopfige oder mehr das Malzige? Sollte es ein helles, ein trübes oder gar ein dunkles Bier sein? Mit mehr oder mit weniger Alkohol? Und dann wäre da noch die Frage der richtigen Gefäßgröße festzulegen. Eine Kunigundenmaß dürfte ein klein wenig überdimensioniert sein. Das Quart ist dem Wein vorbehalten, das Amela nehmen die Bräuknechte für sich in Anspruch. Bräuchte es nicht eine neue weibliche Volumengröße?
Mag sein, dass sich am kommenden Donnerstag alles ums Frauenbier dreht. Mag auch sein, dass nicht die Männer die Hauptrolle spielen, sondern die anwesenden Frauen. hgö