Mit einem bundesweiten "Aktionstag Pause" machten die Beschäftigten in den bayerischen Kliniken am gestrigen Dienstag auf die Überlastung und mangelhafte Personalausstattung aufmerksam. Nach Gewerkschaftsangaben beteiligten sich allein in Bayern über 50 Kliniken. Auch die Beschäftigten der Sozialstiftung schlossen sich in ihren drei Kliniken (Klinikum am Bruderwald, Klinikum am Michaelsberg und Klinikum am Heinrichsdamm) der Kampagne an und unterstützten sie aktiv.
Mit der Aktion macht Verdi auf die inzwischen dramatischen Personalengpässe in den Krankenhäusern aufmerksam. "Viele Klinikbeschäftigte sind dauerhaft überlastet, weil in der Vergangenheit Arbeitsplätze gestrichen und Neueinstellungen verschleppt wurden. Gelder von den Krankenversicherungen werden häufig für Investitionen (Instandhaltung und Modernisierung) an Gebäuden zweckentfremdet. Dafür sind aber die Länder zuständig. Damit muss jetzt Schluss sein", betonte Gerhard Sterzer, Fachbereichsvorsitzender des Gesundheitswesens in Oberfranken West. Die Aktion richtete sich sowohl an private, als auch öffentliche, frei gemeinnützige und kirchliche Krankenhausträger.
"Nach Verdi-Berechnungen fehlen in den Kliniken bundesweit circa 162 000 Stellen, allein in Bayern etwa 21 000", berichteten Lissy Nagengast und Felix Holland als die Kampagnenbeauftragten in Bamberg. Sie freuten sich über die positiven Reaktionen und den regen Zuspruch aus der Belegschaft und der Besucher in den Einrichtungen der Sozialstiftung Bamberg. Die Gewerkschafter kündigen in der Mitteilung "allmonatlich Aktionen bis hin zu Streiks" an. "Wir werden den Druck auf die Politik für eine bessere Personalausstattung bis zur Bundestagswahl kontinuierlich erhöhen und auch die Arbeitgeber in die Pflicht nehmen", so Christian Ascherl, zuständig für den Krankenhausbereich bei Verdi in Oberfranken West. red