von unserer Mitarbeiterin 
sabine Sitzmann-Simon

Mürsbach — Im Itzgrund zwischen dem Bundesgold-Dorf Mürsbach und der Bundesstraße B 4 steht eine kleine Feldkapelle, die seit Jahrzehnten zusehends verfiel. Das Kleinod fränkischer Volksfrömmigkeit befindet sich im Besitz des Marktes Rattelsdorf, der die Sanierung Jahr um Jahr verschoben hat.
Im vergangenen Jahr beschlossen die Mürsbacher, die Sandsteinkapelle, die im Überschwemmungsgebiet des Flusses steht, selbst wieder herzurichten, bevor der Schaden irreversibel wird. Ehrenamtlich und denkmalgerecht sanierten die "Mürsbacher Kirchenwichtel" unter der Leitung von Waldemar Müller das kleine Gebäude; die Männer leisteten dafür rund 150 Arbeitsstunden, das Material finanzierte die Gemeinde.
Bei den Bauarbeiten wurden die "Kirchenwichtel" tatkräftig von dem Kapellennachbarn Franz Leißner und den Aktiven des Obst- und Gartenbauvereins unterstützt. Die neue Tür nach dem Vorbild der historischen Friedhofseinfriedung fertigte und spendierte Joachim Angerer, der Mürsbacher Besitzer der Schlosserei Heim in Hallstadt. Die Marienstatue, eine Lourdes-Madonna, schließlich restaurierte das Ehepaar Heiko und Yvonne Ortlauf.

Mit Gold prämiert

Das bürgerschaftliche Engagement war ein wichtiger Grund für das Bundes-Gold, das Mürsbach im vergangenen Jahr im Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" gewonnen hat. Die Dorfgemeinschaft, die gerne in und mit ihren Denkmälern lebt, freut sich über die Strahlkraft, die die kleine Marienkapelle im Überschwemmungsgebiet der Itz nun wieder gewonnen hat.
Bei eine Maiandacht wurde die Kapelle durch Pfarrvikar Michael Weck gesegnet. Marienlieder wurden bei der kleinen Feier intoniert von der Blaskapelle Mürsbach.