Stublang — Die Exkursion im Rahmen von Abo-Plus-Zeitungsleser des Fränkischen Tags mit Jupp Schröder unterhalb des Dornigs bei Stublang kam bei den 40 Teilnehmern sehr gut an. Es wurden ihnen die Augen geöffnet und das Verständnis geweckt für eine besonders reizvolle, vielschichtige und vernetzte Landschaft.
Eine sehr alte Bauernkultur habe die Gegend, neben dem natürlichen geologischen Aufbau, geformt, sagte Schröder. Besonders wertvoll sei dabei die traditionelle Landwirtschaft gewesen. Diese habe abwechslungsreiche Strukturen wie Terrassen, Feldraine, Hecken, Streuobstwiesen und Hohlwege geschaffen. Durch die unterschiedlichen Lebensräume sei eine große Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren entstanden.
Für Jupp Schröder war die Exkursion praktisch ein Heimspiel. Durch den Erwerb von zwei ökologisch wertvollen Grundstücken sowie die Beratung und Betreuung weiterer Wiesen, die im Rahmen der Flurneuordnung zum Verkauf anstanden, fühlt er sich in dem Gebiet um Stublang wie zuhause. Dadurch sei, so Schröder, bei ihm die Liebe und das Verständnis zu dieser reizvollen Kulturlandschaft geweckt worden. Schröder zeigte auf seinem Grundstück den Teilnehmern auch den Gemüse- und Obstanbau. Es durfte anschließend von Beeren und Augustäpfel genascht werden.
Die Teilnehmer waren von der Fruchtbarkeit und Vielfalt des Grundstückes begeistert. Auch der Sommerschnitt wurde vorgeführt. Schröder vermittelte, welche wichtige Rolle die Obstbaukultur in Stublang bis in die 60er-Jahre hinein hatte. Mit dem Aufkommen der Verbrauchermärkte und der Globalisierung sei der heimische Markt in relativ kurzer Zeit fast zusammengebrochen. Ab 1970 seien sogar im Rahmen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft Prämien für das Abholzen der landschaftsprägenden Obstgehölzen gezahlt worden.
Es sei dringend notwendig, den Wert von ungespritztem heimischen Obst für die Gesundheit ins Bewusstsein zu rücken. Vor allem müsse dabei die Jugend angesprochen werden. Mit dem Apfelmarkt in Stublang sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung gegangen worden. Schröder lobte die Stublanger für die Erhaltung vieler alter Obstbäume und die Neupflanzungen in den letzten Jahren, die für eine Wiederbelebung der Flur mit jungen Obstbäumen gesorgt habe. Damit würde eine wichtige Tradition wieder ins Bewusstsein gerückt. Der Obstbau sei früher eine Haupteinnahmequelle für die Bauern gewesen. Die Kenntnisse über die Pflege der Obstbäume müsse von der älteren Generation wieder auf die jüngere übertragen werden, sagte Schröder. Christa Schröder