Grattstadt — Die Feuerwehr Grattstadt zeichnete bei der Hauptversammlung, die in der Gastwirtschaft Meyer stattfand, Thomas Sühlfleisch für seine 25-jährige aktive Dienstzeit aus. Die Urkunde des Freistaates Bayern überreichte der stellvertretende Landrat Rainer Mattern (CSU) und das silberne Ehrenzeichen übergab Kommandant Harald Hager.
Vereinsvorsitzender Helmut Bergner erinnerte unter anderem an das Osterfeuer auf dem Dorfplatz, das gemeinsam mit der Kirchengemeinde durchgeführt wurde. Weiter wies er darauf hin, dass im kommenden Jahr die Neuwahl ansteht. Egal wie diese ausfällt, die Eigenständigkeit der Feuerwehr und des Vereins sollte auf jeden Fall erhalten bleiben, meint er. Das Jahr 2015 steht ganz im Zeichen der 1200-Jahrfeier des Stadtteils, die vom 5. bis 7. Juni stattfindet. Sie wurde mit einem Silvesterfeuerwerk bereits eingeleitet, "um die Bevölkerung zu sensibilisieren", so der Vorsitzende. Auf die sieben Übungen mit verschiedenen Themen ging Kommandant Harald Hager ein. Die Auswirkungen von Löschschaum auf die Umwelt vermittelte die Wehr in Bad Rodach den Kameraden. Das Schlauchkuppeln für lange Wegstrecken stand immer wieder auf dem Plan, da die Handgriffe sitzen müssen und die Zusammenarbeit reibungslos klappt. Neben der Unterweisung der Unfallverhütungsvorschriften stand ein Übungseinsatz in der Aktionswoche in Lempertshausen auf dem Programm. Beim Großbrand in Gauerstadt stand die Wehr in Bereitschaft. Zu einem Blitzeinschlag mitten in eine Scheune wurde die Wehr gerufen. Zum Glück entstand kein Personenschaden.

Ein Dutzend Aktive

Die Personalstärke bezifferte der Kommandant mit 35 Mitgliedern, davon zwölf aktive, 21 passive inklusive neun Ehrenmitgliedern und zwei Anwärtern. Drei Frauen versehen aktiv Dienst in der Wehr.
Die Jugendarbeit bezeichnete Harald Hager als sehr wichtig. Er freute sich, dass zwei Anwärter weiter mitmachen und in die aktive Wehr wechselten. Er ernannte Lukas Fischer und Bero Hager zu Feuerwehrmännern. Zum Oberfeuerwehrmann wurde der Maschinist Timo Machold nach zehnjährigem aktiven Dienst befördert und Frank Kräusslein als neuer Feuerwehrmann begrüßt.
Das dörfliche Leben zu dem die kleine Feuerwehr beitrage erhält die Kultur vor Ort, war die Aussage vom stellvertretenden Landrat Rainer Mattern. Er bedankte sich bei den Mitgliedern für das Erhalten der Wehr in Grattstadt.
Dritte Bürgermeisterin Nina Klett (CSU) gratulierte dem Geehrten und appellierte an den Fortbestand der gut ausgebildeten Wehr. Die Stadt unterstütze jede Feuerwehr mit moderner Gerätschaft.
Auch Kreisbrandinspektor Stefan Püls plädierte für die Erhaltung der kleinen Wehren. Diese kennen sich im Ortsbereich bestens aus und sind für das schnelle Eingreifen nicht wegzudenken. Den Ausbildungsstand der Wehrmänner im gesamten Stadtgebiet nannte er gut. Kreisbrandmeister Detlef Schoder aus Mährenhausen, der erstmals bei der Feuerwehr in Grattstadt anwesend war, appellierte an die Jugend sich weiter fortzubilden. Durch den demografischen Wandel werde eine Zusammenarbeit mit Ahlstadt oder Heldritt unerlässlich sein. Die Einführung des seit 1996 beschlossenen Digitalfunks wird im nächsten Jahr höchstwahrscheinlich nun umgesetzt. Schulungen dafür werden in Bad Rodach durchgeführt. Sofern Interesse in Grattstadt an der Gründung einer Kinderfeuerwehr besteht, bot er eine Zusammenarbeit mit der kürzlich in Breitenau ins Leben gerufenen Kinderwehr an. kagü