Mariell Dörrschmidt

Hundert Grafiken der klassischen Moderne schmücken seit 3. April die Wände der Galerie des Kronacher Kunstvereins. "Ein echtes Highlight für die Neueröffnung", schwärmt der Erste Vorsitzende Karol J. Hurec und zählt dabei berühmte Künstler und Künstlerinnen der Ausstellung von Pablo Picasso bis Maria Lassnig auf. Er erinnert, dass noch bis zum 22. Mai all jene Kunstinteressierten, die ihr Verständnis und Wissen auf die Probe stellen wollen, die Möglichkeit haben, die einzigartige Sammlung Klewans in Kronach zu begutachten. Denn die Ausstellung spiegle auf herausragende Weise die Entwicklung von Leben, Gesellschaft und Kultur wieder und vereine somit einen klaren Gedanken: "Die Freiheit der Kunst", mit der stets ausgedrückt werden konnte, was in der Vergangenheit unmöglich schien.
Und heute finde genau diese Kunst in Galerien Platz, weil sie Einblicke, Sichtweisen und Positionen einer vergangenen Zeit zeigen, die heutzutage längst alltäglich geworden sind. Ein Wertewandel, der sich in hundert kleinen Grafiken deutlich macht.
Doch die Grafiken geben nicht nur Hinweise auf kulturelle Entwicklungen, sondern vielmehr private Einblicke in das künstlerische Schaffen und Leben. Spannend sei daran vor allem, berühmte Künstler, abgesehen von den großen und bekannten Werken, neu zu entdecken. Man könne private Informationen und Einstellungen der Künstler beobachten, die in den großen Werken oftmals nicht zu sehen sind.
Insgesamt unterteilt sich die Ausstellung in vier verschiedene Bereiche, die 100 Jahre Kunst von 1900 bis 2000 zeigen: "Surrealismus, Selbstbildnisse, Beginn des 20. Jahrhunderts und Pop Art der 60-er Jahre", zählt Hurec auf und erläutert, dass nicht alle davon handsigniert seien. Dies sei ein Grund, weshalb die Ausstellung auch finanziell in Kronach realisierbar gewesen sei. "Weltberühmte Künstler hängen hier", erinnert Hurec an den nicht unbedeutenden Marktwert einer solchen Ausstellung. In diesem Falle handle es sich um etwa eine Million Euro.
Höhepunkt der Ausstellung sei neben den vielen Werken Picassos vor allem die große Bandbreite an unterschiedlichen Möglichkeiten der Druckgrafik. "Die Grafiken zeigen, was alles möglich war. Von ganz privaten Motiven bis zum Surrealismus", erklärt Hurec und verweist dabei auf die vielen drucktechnischen Möglichkeiten, die vom Siebdruck bis zur Kaltnadelradierung reichen: " Das sind handwerklich perfekte und schöne Sachen."
Diese einmalige Ausstellung weltbekannter Namen ist dem Wiener Kunstsammler Helmut Klewan zu verdanken. Ein Ergebnis einer fast 50-jährigen Sammeltätigkeit. Die Ausstellung kann von Donnerstag bis Sonntag zwischen 15 und 18 Uhr besucht werden. Zusätzlich werden die Räume der Kunstgalerie an Veranstaltungen des Kreiskulturraums geöffnet.