"Viele örtliche Projekte müssen ineinandergreifen, auskömmliche Löhne und eine Reform der Rentenversicherung - all das ist nötig, um heutige Altersarmut zu mindern und künftige Altersarmut zu verhindern." Diese Meinung vertrat der Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Fahn beim parlamentarischen Nachmittag der Freien Wähler zum Thema "Altersarmut im reichen Bayern - das darf es nicht geben" im Landtag in München. In der Veranstaltung stellte auch Aidhausens Bürgermeister Dieter Möhring (FW) Ansätze seiner Gemeinde vor. Möhring ist zugleich der Kreisvorsitzende des Bayerischen Gemeindetages im Landkreis Haßberge.
Auch wenn die Stellschrauben in der Renten- und in der Arbeitsmarktpolitik woanders gedreht werden und bei Bund und Ländern liegen, wurden auch vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten für die Kommunalpolitik angesprochen. Ein Konzept, um zum Beispiel der Vereinsamung zu entgehen, ist das Wohnprojekt Friesenhausen, initiiert von Christian Wittmann und unterstützt von der Gemeinde Aidhausen. Obwohl als Pilotprojekt anerkannt, gebe es noch hohe bürokratische Hürden, sagte der Bürgermeister Dieter Möhring. Er kam nach München, um aufzuzeigen, welche Möglichkeiten es auf dem Land gibt, um "auf dem Land alt zu werden - barrierefrei, gesund und in guter Gesellschaft". Aber auch, um deutlich zu machen, welche Unterstützung kleine Kommunen dabei brauchen. Aus der Generationen-Werkstatt der Bürger seien viele Ideen gewachsen vom bereits existierenden Dorfladen bis zum Bürgerdienst, der gerade im Aufbau sei, schilderte er. Ohne finanzielle Förderung sei aber sozialverträgliches Seniorenwohnen auch auf dem Land nicht darstellbar, sagte Möhring.


Weitere Schritte

Der Bürgermeister von Aidhausen versicherte, dass er weiter kleine, dezentrale Schritte tun will, um in seiner Gemeinde das Miteinander der Generationen zu stärken und das Altwerden so gut wie möglich zu gestalten. Das gilt nach seiner Aussage für die jetzige Bevölkerung ebenso wie für mögliche Zuzügler aus den Ballungsräumen. sw