Der Kreisverband Kronach des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) führte unlängst in den Räumen der Betriebsseelsorge in Kronach seine jährliche Klausurtagung durch.
Der Kreisvorsitzende Wolfgang Schmitt konnte neben den zahlreich erschienenen Kreisvorstandsmitgliedern aus den einzelnen Gewerkschaften auch den Regionsvorsitzenden vom DGB-Oberfranken, Mathias Eckhardt, begrüßen.
Die nächsten Stunden waren vollgepackt mit dem Ausarbeiten der für 2017 wichtigen Termine für den Ortsvorstand in Kronach. Schwerpunkt war und ist der 30. April 2017 zum Arbeitnehmerempfang am Vorabend des Tags der Arbeit zum 1. Mai. Das Thema in diesem Jahr ist "Wir sind viele, wir sind eins" mit den drei Schwerpunkten "Für Integration, die klappt", "Für soziale Gerechtigkeit" und "Wir sind eins".
Im Wahljahr positioniert sich der DGB-Kreisverband klar gegen rechts. Vorsitzender Wolfgang Schmitt fügte hinzu, dass die soziale Spaltung den Gegnern der Demokratie nütze: "Die Rechtspopulisten behaupten, sie seien die Partei des kleinen Mannes. Aber ihre Programmpunkte bei der Steuer-, Renten und Sozialpolitik zeigt, dass sie eine Partei der Besserverdienenden ist, ohne Konzept, europafeindlich, menschenfeindlich und keine demokratische Alternative. " Deshalb werde der Kreisverband auf diese Themen setzen, die die Politik unbedingt vorantreiben müsse.
Die Interessen der Arbeitnehmer in den Mittelpunkt zu stellen, fordert auch eine Resolution, die an diesem Tag einstimmig beschlossen wurde. Der DGB-Kreisverband Kronach warnt darin vor den Folgen des weiter absinkenden gesetzlichen Rentenniveaus und verlangt einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. "Männer, die 2015 in Kronach erstmals eine gesetzliche Altersrente bezogen haben, erhielten im Schnitt 1056 Euro pro Monat", erklärt Wolfgang Schmitt. "Frauen mussten mit durchschnittlich 638 Euro auskommen." Es zeige sich erneut, dass Frauen eine deutlich niedrigere gesetzliche Durchschnittsrente beziehen als Männer. Dies ist unter anderem auf die niedrigere Erwerbsbeteiligung von Frauen zurückzuführen. Zudem seien sie wesentlich häufiger mit reduzierten Arbeitszeiten und dem sich ausweitenden Niedriglohnsektor konfrontiert.


"22 Euro weniger Rente"

Im Vergleich zum Freistaat Bayern bezögen die Menschen in Kronach durchschnittlich etwas niedrigere Renten. Denn männliche Neurentner hatten 2015 durchschnittlich 22 Euro weniger bekommen als der bayerische Durchschnittsrentner. Deutliche Abweichungen nach unten seien keine Seltenheit. Und das, obwohl die gesetzliche Rente für viele die wichtigste Versorgungsform im Alter, wenn nicht sogar die einzige darstelle. Das bestätige der aktuelle Alterssicherungsbericht der Bundesregierung.
Für Wolfgang Schmitt gibt das ständig sinkende Rentenniveau Anlass zur Sorge: "Das Rentenniveau sinkt seit Jahrzehnten. Lag es im Jahr 2000 noch bei knapp 53 Prozent, so wird es 2016 nur noch rund 48 Prozent betragen. Ohne neue rentenpolitische Weichenstellungen wird dieser Wert weiter auf 43 Prozent im Jahr 2030 abgesenkt." red