Motorengeräusche, Maschinen und Mechaniker bei der Arbeit sind hier zu hören. Doch am Mittwoch, 24. Mai, um 20 Uhr wird Musik aus dem 20. Jahrhundert in der Nutzfahrzeuge-Werkstatt von Auto-Scholz zu hören sein. Nach den Konzerten bei Brose in Coburg (2015) und im Druckzentrum der Mediengruppe Oberfranken (2016) ist die Industrie-Symphonie nun bei dem Autohändler zu Gast. Neue "Hör-Perspektiven" sollen dem Publikum ermöglicht werden. Gemeinsam mit den Bamberger Symphonikern organisiert die Mediengruppe Oberfranken (MGO) nun zum dritten Mal ein Konzert der ungewöhnlichen Art. Wir führten ein Gespräch mit Michael Eidenmüller, Inhaber und Geschäftsführer von Auto-Scholz, und Philipp Gatz, Verlagsleiter der MGO.

Warum findet die Industrie-Symphonie bei Auto-Scholz statt?
Michael Eidenmüller: Der Fränkische Tag hat uns angefragt, ob wir Interesse hätten, als Veranstaltungsort zu fungieren. Unsere "Truck-Works-Werkstatt", in der Nutzfahrzeuge gewartet werden, bietet eine geeignete Lokation für die Industrie-Symphonie. Es ist eben nicht eine schicke Örtlichkeit, sondern eine Werkstatt. Auto-Scholz wurde 1894 von meinem Urgroßvater gegründet. Wir sind weltweit der zweitälteste Vertreter von Mercedes-Benz. Auch die Bamberger Symphoniker haben eine große Tradition und spielen viele historische Werke. So treffen zwei Institutionen mit einer langen Geschichte aufeinander.
Philipp Gatz: Man könnte sagen Tradition und Innovation vereinen sich - es wird sehr experimentell werden.

Welche logistischen Herausforderungen bringt die Industrie-Symphonie mit sich?
Eidenmüller: Für die Wartung von Nutzfahrzeugen haben wir hier viele Gruben im Boden, damit man von unten an die Fahrzeuge kommt. Diese Gruben müssen geschlossen werden, so dass es keine Unfälle gibt und die weiteren Vorbereitungen getroffen werden können. Außerdem muss unser Werkstattbetrieb auch weitergehen. Wir haben Montag bis Samstag immer bis um 22 Uhr geöffnet. Da die Industrie-Symphonie an einem Mittwoch stattfinden wird, müssen wir schauen, dass wir unsere Kunden trotz allem zufriedenstellen können.

Was genau wird hier geboten sein? Wo sind Unterschiede zu den letzten Jahren?
Eidenmüller: Das Programm und die Lokation und somit der Aufbau werden natürlich anders sein. Es wird zudem mitten in der Werkstatt stattfinden - dort, wo sonst ungefähr 50 meiner Mitarbeiter an den Nutzfahrzeugen arbeiten.
Gatz: Auch die Beleuchtung wird spektakulär und außergewöhnlich werden.

Gehen Sie sonst auch zu Konzerten der Bamberger Symphoniker?
Eidenmüller: Ja, ich habe ein Abo und versuche, so viele Konzerte wie möglich zu besuchen. Natürlich gelingt mir das nicht zu jedem Termin. Allerdings hole ich mir die Symphoniker ja jetzt zu mir.
Das Gespräch führte
Annabelle Gunzelmann