Das Schweigen der Männer - und auch der Frauen. Möglicherweise hatte es ihnen die Sprache verschlagen bei so sensationell guten Zahlen, die ihnen der Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Ebern, Marco Weber, auftischte. Von einer Haushaltsberatung war bei der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend jedenfalls nicht die Rede. Nicht eine Wortmeldung oder Nachfrage kam aus dem Gremium. Es sprachen nur der Bürgermeister und der Kämmerer. Was Karl-Heinz Kandler (SPD) und Marco Weber präsentierten, ähnelt dem Zahlenwerk von Krösus-Gemeinden. So gut wie keine Verschuldung, ein solider Haushalt.
Es wird sparsam gewirtschaftet. Für die geplanten Maßnahmen ist ausreichend Geld vorhanden, so dass sogar Rücklagen gebildet und der einzige Kredit in Höhe von 32 000 Euro weiter abgebaut wird (um 5000 auf 27 000 Euro). Die Pro-Kopf-Verschuldung von 23,89 Euro für jeden der 1318 Einwohner sinkt damit weiter und bleibt weit unter dem Landesdurchschnitt, der laut Statistischem Landesamt in München bei 679 Euro liegt.
Das Finanzpolster ist kommod - die Rücklage - beträgt aktuell 114 000 Euro. Glückliches Kirchlauter, das ein weiteres Jahr ohne Darlehensaufnahme auskommt und sämtliche Pflichtaufgaben erfüllt - und etliches darüber hinaus. So zum Beispiel den Eigenanteil zur Breitbandverkabelung, wofür die Gemeinde nochmals 150 000 Euro zahlt.


Neuer Traktor für Bauhof

Auch die sonst noch angedachten Zahlungen und Projekte gründen auf einer soliden finanziellen Basis. Zwei wurden am Dienstagabend im Sitzungszimmer der Schule beschlossen. So der Kauf eines neuen Traktors für den Bauhof, da das 46 Jahre alte Vorgängermodell sein Geist aufgibt und ständig Reparaturen anfallen. Der Bulldog darf 45 000 Euro kosten.
35 000 Euro steuert die Gemeinde zum Umbau der Toiletten in der Heilig-Länder-Halle an, wo die Dorfgemeinschaft den freigewordenen Raum des Bankomaten nutzen will. Der bietet Platz für eine Vergrößerung der Damentoiletten und die Schaffung von behindertengerechten Toiletten. Die Dorfgemeinschaft steuert zusätzlich noch 12 5000 Euro bei.
Große Posten im Haushalt, einem Gesamtvolumen von fast 3,5 Millionen Euro stehen für den Kauf neuer Feuerwehrautos in Kirchlauter und Neubrunn bereit (175 000 Euro) sowie für Arbeiten am Feuerwehrhaus Kirchlauter, Wärmebildkamera und Umrüstung auf Digitalfunk.


Ansatz für Genussweg

Für den Radwegebau von Breitbrunn-Kirchlauter sind 300 000 Euro angesetzt, wobei Kämmerer Weber ein Fragezeichen setzte, ob "der heuer schon kommt?" Für Spielplätze wurden 20 000 Euro eingestellt, für die Schaffung eines Genusserlebnis-Weges 50 000 Euro.
Der größte Einnahmeposten sind die Schlüsselzuweisungen (550 000 Euro) gefolgt von der Einkommenssteuerbeteiligung (540 000 Euro). Die Gewerbesteuer macht 150 000 Euro aus.
Die Summe der Einnahmen bleibt gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert bei 1,29 Mio. Euro, während sich die Umlagen an Kreis, Verwaltungsgemeinschaft und Schulverbände um 60 000 Euro auf 771 500 Euro erhöhen.