Himmelkron/Lanzendorf — Aufträge im Gesamtwert von über 300 000 Euro hat der Gemeinderat am Dienstagabend für den Neubau des Kinderhorts an der Lanzendorfer Schule vergeben. Allerdings unter einer Vorgabe: Die Beschlüsse werden erst dann wirksam, wenn der Förderbescheid der Regierung vorliegt.
Die Baumeisterarbeiten führt die Firma Otto Mühlherr aus Küps zum Angebotspreis von 263 311 Euro aus. Die Kostenschätzung lag bei 273 000 Euro.
Weitere Gewerke gingen an die Firmen Walter Ermler, Coburg (Gerüstbau, 16 561 Euro), Holzbau Fleischmann, Kulmbach (Zimmererarbeiten, 28 095 Euro), Karl Mattis, Kulmbach (Klempnerarbeiten, 22 474 Euro) und Thurm, München (Sicherheits- und Gesundheitskoordinator, 2640 Euro).
Eine erfreuliche Nachricht hatte Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU) in Bezug auf die Jahresrechnung 2013 mitgebracht: Im Verwaltungshaushalt wurde ein vorläufiger Soll-Überschuss von 1 973 490 Euro erzielt, der dem Vermögenshaushalt zugeführt wird. Der Soll-Überschuss aus dem Vermögenshaushalt beträgt 726 770 Euro und geht in die allgemeine Rücklage, die gegenwärtig bei 814 411 Euro liegt.

Sattes Plus bei Gewerbesteuer

Schneider: "Die Haushaltsabwicklung ist sehr erfreulich verlaufen. Allein bei der Gewerbesteuer konnten wir mit insgesamt 2,4 Millionen ein Plus von 344 000 Euro verzeichnen. Auch bei der Beteiligung an der Einkommensteuer hatten wir einen Zuwachs von 48 000 Euro."
Im Vermögenshaushalt profitiere die Gemeinde davon, dass das letzte Gewerbegrundstück im gemeindlichen Besitz an die Firma Schlüter verkauft werden konnte und deutlich mehr Bauplätze veräußert worden seien, als ursprünglich geplant. "Aufgrund dieser günstigen Umstände musste auch das vorgesehene Darlehen über 500 000 Euro nicht in Anspruch genommen werden. "Es wird aber wichtig sein, dass wir für 2014 einen Haushalt mit Bedacht aufstellen. Mit dem Ergebnis von 2013 haben wir keinen Freibrief", dämpfte Schneider die Euphorie. "Wir haben mit dem Kinderhort und den Straßensanierungen wichtige Aufgaben."
Dies unterstrich sein Stellvertreter Harald Peetz: "Wir tun gut daran, nicht in einen Größenwahn zu verfallen. Früher oder später werden wir wieder schwerere Zeiten haben." Peetz verwies auch darauf, dass die Gemeinde 2013 ein Baugebiet für rund 900 000 Euro erschlossen habe, ohne Fremdmittel aufzunehmen: "Davon träumen andere Gemeinden. Das schlimmste Gewerbegebiet trägt auch Früchte für unsere Finanzen."
Die Verschuldung der Gemeinde liegt laut Schneider derbei rund fünf Millionen Euro.
Ottmar Schmiedel (SPD), der Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses, zeigte sich ebenfalls sehr zufrieden: "Das ist mehr, als wir erwartet haben. Bei der Gewerbesteuer sind wir froh, so eine Hausnummer zu haben."
Auch Peter Pöhlmann stellte für die Freien Wähler die gute Entwicklung bei der Gewerbesteuer und den Abbau der Schulden um eine halbe Million Euro heraus, obwohl immense Investitionen getätigt worden seien. Pöhlmann: "Wir haben es zwar nicht in Farbe, aber Schwarz auf Weiß, dass das schlechteste Gewerbegebiet im Landkreis ein finanzieller Erfolg für uns ist."
In Gössenreuth soll auf Antrag von Klaus Ficht, Bayreuth, im Rahmen einer Ergänzungssatzung ein Baurecht für fünf bis sechs Wohnhäuser geschaffen werden. Es handelt sich dabei um eine räumliche Abrundung einer dort bereits vorhandenen Bebauung, die aber an zwei landwirtschaftliche Betriebe angrenzt. Die Zufahrt müsste über eine eigene Erschließungsstraße geschaffen werden. Das Gremium kam überein, dass sich der Bauausschuss zunächst vor Ort mit dem Vorhaben beschäftigt.
Stellvertretender Bürgermeister Harald Peetz war der Meinung, dass man hier hinsichtlich der angrenzenden Landwirtschaft kein Konfliktpotenzial schaffen sollte, sondern eine vorsichtige Abwägung treffen müsse. Manuel Gumtow (FW) begrüßte es, wenn in Gössenreuth weitere Bauplätze geschaffen werden.

Regenüberlauf wird repariert

Die Instandsetzungsarbeiten beim Regenüberlauf an der "Mühlbachbrücke" werden von der Gemeinde in Auftrag gegeben, allerdings mit der Maßgabe, dass die Evangelische Kirchengemeinde Lanzendorf eine Teilfläche von 14 Quadratmeter an die Gemeinde unentgeltlich abtritt. Die Arbeiten wird die Firma ROH-Bau, Kauerndorf, zum Angebotspreis von 1255 Euro ausführen. Rei.