Mit einem Festgottesdienst in der Kirche St.-Peter-und-Paul, den Pfarrer Florian Stark hielt, begann die 50-Jahrfeier des Kinderhauses St. Josef. Diese wurde dann im katholischen Kindergarten mit verschiedenen Aktionen fortgesetzt.
Großen Anklang bei den Kindern fand der Auftritt eines Zauberers im Turnraum, der im Herbst zu einer provisorischen dritten Kindergartengruppe umgestaltet wird. Das Kinderhaus St. Josef platzt aufgrund der Neuanmeldungen nicht nur aus allen Nähten, sondern muss aufgrund erheblicher baulicher Mängel dringend saniert oder gar abgerissen und neu gebaut werden. Wer dies bezahlen soll, steht noch in den Sternen.


Die Pflicht der Gemeinde

Die Vorhaltung von ausreichend Kindergarten- und Kinderkrippenplätzen sei eine gemeindliche Pflichtaufgabe. Dies, und dass ein dringender Handlungsbedarf bestehe, sei dem Gemeinderat von Unterleinleiter bekannt und bewusst. Zusammen mit dem Träger, der katholischen Kirche, suche man daher bereits nach einer Lösung, betonte Bürgermeister Gerhard Riediger (NWG) während seiner Festansprache.
Vonseiten der Gemeinde wolle man erreichen, dass die Kirche weiterhin der Träger des Kinderhauses St. Josef bleibe. Riediger sei sich aber bewusst, dass sich die Gemeinde Unterleinleiter an der Sanierung oder gar einem Neubau erheblich beteiligen müsse. "Sicher, das Ganze wird die Schulden der Gemeinde erhöhen. Aber: Es ist eine lohnende Investition in unser aller Zukunft, in eine lebendige Gemeinde", so Riediger. In den zwei bestehenden Kindergartengruppen und der Kinderkrippe sind aktuell 47 Kinder. Ab dem nächstem Kindergartenjahr werden es laut der bereits bestehenden Anmeldungen mindestens 52 sein.


Dritte Gruppe dringend benötigt

Deshalb brauche man dringend eine dritte Kindergartengruppe, wie die Kindergartenleiterin Carolin Hofmann erklärte. Sie blickte in ihrer Rede auf das Jahr 1967 zurück. Ein sehr turbulentes Jahr, in dem in Deutschland das Farbfernsehen seinen Einzug hielt, der Chirurg Christian Bernard erstmals ein Herz transplantierte, Elvis Presley seine Priscilla heiratete, Markus Söder und Boris Becker geboren wurden und in Unterleinleiter der neu gebaute Kindergarten eröffnet wurde - damals exakt mit 52 Kindern in nur einer Kindergartengruppe aus Unterleinleiter, Dürrbrunn, Heiligenstadt, der Neumühle und Streitberg. Zu dieser Zeit gab es nicht die Regelung, dass eine Kindergartengruppe möglichst nicht mehr als 25 Kinder zählen soll. 1997 wurde dann der Modernisierungs- und Erweiterungsbau eingeweiht und seit 2006 ist der Hort zweigruppig.


Früher war vieles einfacher

Früher haben sich ein bis zwei "Tanten" um 40 bis 50 Kinder gekümmert und heute hat das Kinderhaus St. Josef 15 Mitarbeiterinnen, die meisten davon jedoch in Teilzeit. Damals gab es nur einen einzigen Raum für alle Kinder ohne Nischen und Rückzugsmöglichkeiten. War ein Kind unartig, musste es in der Ecke stehen und zu Hause gab es obendrein ein Donnerwetter.
Auch Kinderkrippen für Unter-Dreijährige gab es damals nicht. Diese Zeiten sind längst vorbei und es habe sich vieles verändert - nicht nur zum Positiven. Denn laut Hofmann haben die Verwaltungsaufgaben deutlich zugenommen, was sie für sehr fragwürdig hält.
Überhaupt habe sich der Beruf des Erziehers um 180 Grad gedreht, so die Leiterin. Dennoch liebe sie ihren Beruf, da es besonders schön sei, mit einem netten und engagierten Team zusammenzuarbeiten.
Sie dankte dem Bürgermeister, dem Gemeinderat, ihrem Chef, Pfarrer Florian Stark, Kindergartenbeauftragtem Holger Strehl und den Familien, die ihre Kinder in den Hort geben.