Das "Haus für Kinder" ist eine Geschichte, die in Leutenbach zu einer Zeit geschrieben wurde, als viele an solche Einrichtungen noch nicht dachten und die mittlerweile tief in der Volksseele verankert ist. Mit einer Lichtfeier, einem Wortgottesdienst für Kinder, zelebriert von Pfarrer Alfred Beißer, begann die Feier am Nachmittag.
Die Vorschulkinder waren bei der Gestaltung mit ganzem Herzen dabei, hatten eine Kerze bei sich und formulierten gegen Ende der Feier ihre spontanen Gedanken und Wünsche für das Haus und für die Menschen. Kindergartenleiterin Lydia Heilmann nutzte anschließend die Gelegenheit zu einem kurzen Rückblick.
Bereits 1925 wurde demnach erstmals über die Errichtung eines Kindergartens gesprochen. Aber erst 1952 öffnete der erste Kindergarten seine Pforten im neu geschaffenen Haus Monika. Die Caritas übernahm die Trägerschaft unter dem Verein Schwesternheim. Unvergessen sind Namen wie die engagierte Familie von Pölnitz aus Hundshaupten oder Georg Kraft als langjähriger Vorstand des Vereins und schließlich sein Sohn Reinhold als Nachfolger bis zur Auflösung. Prägend damals die Franziskusschwestern aus Vierzehnheiligen und Kindergärtnerin Schwester Edwina. Die Räumlichkeiten und die Öffnungszeiten entsprachen schließlich nicht mehr den aktuellen Anforderungen.


Neubau gibt Raum für die Zukunft

So nahm der Neubau 1991 seinen Betrieb auf, jetzt unter der Trägerschaft der katholischen Kirchenstiftung St. Jakobus. Genauso lange ist nun Pfarrer Alfred Beißer verantwortlich für das Haus. Für die vertrauensvolle Zusammenarbeit dankte ihm Lydia Heilmann an dieser Stelle. Das Haus war zunächst für zwei Gruppen im Alter von drei bis sechs Jahren konzipiert, schon 1993 kam eine weitere Gruppe im Untergeschoss hinzu. Ab 2006 integrierte man Kinder unter drei Jahren. 2008 nahm eine Kinderkrippe für 12 Kleine ihren Betrieb auf. 2012 entstand mit entsprechenden Fördermitteln ein neuer Krippenanbau. Ein frei gewordener Gruppenraum steht seitdem für die Schulkindbetreuung zur Verfügung. Damit werden Kinder aller Altersgruppen bis zu zehn Jahren betreut.
"120 bis 150 Menschen gehen täglich ein und aus mit ganz persönlichen Lebensgeschichten und Bedürfnissen, denen man so gut wie möglich gerecht werden will", wie Heilmann unterstrich.


Ein Stützpunkt für die Familien

Seit 2012 ist die Anlage als Familienstützpunkt ausgezeichnet. Mit Hilfe eines Fonds von Erzbischof Ludwig Schick kümmert man sich um Schwerpunkte wie Stärkung der Eltern in ihrer Erziehungskompetenz, Vernetzung der Eltern untereinander und Ausbau der Kooperation in der Gemeinde. Sieben Mitarbeiter und eine Praktikantin bewältigen diese Aufgaben.


Langjährige Mitarbeiter geehrt

Das kleine Jubiläum war auch Grund, verdiente Mitarbeiterinnen zu ehren. Heilmanns Dank galt besonders Rita Alt. Sie kümmert sich seit 35 Jahren um die Kleinen und war schon im Hause Monika unter der Trägerschaft des Vereins Schwesternheim tätig.
Alfred Beißer dankte anschließend seiner Kindergartenleiterin für 25 Jahre Dienst im Haus für Kinder. Bereits ein Jahr vorher war Lydia Heilmann beruflich nach Leutenbach gewechselt. Sie begleitete die komplette Planung und Bauphase der neuen Einrichtung. Heilmann wirkt in Bescheidenheit, aber großer Intensität, in der ganzen Kirchengemeinde. "Du bist die gute Seele des Kindergartens", rief Beißer unter großem Beifall an Lydia Heilmann gewandt.
Ihr Team stöberte in den Alben und stellte in einem Bilderrahmen wesentliche Ereignisse ihres Wirkens in Leutenbach zusammen. Symbolisch überreichte Erzieherin Gabi Kist zusätzlich einen Oskar als höchste Auszeichnung der beliebten Chefin. "Die beste Leiterin ist nichts ohne ein gutes Team", gab Heilmann den Dank zurück.
Bürgermeister Florian Kraft sprach gleichzeitig als Elternteil seinen Dank aus. Als Anerkennung ließ er allen Beschäftigten einen Blumenstrauß seitens der Kommune überreichen. "Man hat hier die Gewissheit, dass die Kinder gut betreut werden", machte er ein großes Kompliment und sicherte weiterhin die Unterstützung der Kommune zu. Alle Vereine der Gemeinde gratulierten und übergaben ein Präsent. Sabine Werther von der Volksbank Forchheim übergab einen Scheck über 1000 Euro und auch die Sparkasse gratulierte mit einem Couvert. "Zukunftsweisend wird weiterhin für uns sein, offene Augen, offene Ohren und ein offenes Herz für die Bedürfnisse der Familien zu haben", versprach Lydia Heilmann am Ende. So, wie es die Leutenbacher bisher schon gewohnt sind. Mit Spiel und Spaß in den Gruppenräumen klang dieses schöne Jubiläum aus.