Der neue Film von Wilfried Brüning "Zwischen zwei Welten" beschäftigt sich mit dem Medienkonsum von Kindern. Am Mittwoch wird er im Café Kitsch vorgeführt. Der Filmvortrag "Kinder zwischen der realen und virtuellen Welt" mit anschließender Diskussion, moderiert vom Leiter der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Familien in Kronach, Diplom-Psychologe Christian Krauß, beginnt um 19 Uhr.
Das Alter, in dem Kinder zum ersten Mal mit Bildschirmmedien in Kontakt kommen, wird immer niedriger. Psychologen, Pädagogen, Erzieher, Lehrer und Kinderärzte warnen: Viele auffällige Verhaltensweisen wie Unkonzentriertheit, Gereiztheit, Unruhe, motorische Defizite, mangelndes soziales Verhalten und fehlende Lese- und Schreibkompetenzen bringen die Experten mit übermäßigem Bildschirmmedienkonsum in viel zu jungen Jahren in Verbindung. Das stellt besondere Anforderungen an Eltern.


Praxisnahes Konzept

Der Film Brünings bietet ein praxisnahes Konzept an und will damit Eltern helfen, eine starke innere Haltung zum Bildschirmmedienkonsum ihrer Kinder zu entwickeln. Veranstalter der Filmvorführung ist die Frauen-Union Kronach mit Unterstützung der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Familien und der Katholischen Erwachsenenbildung.
Sabine Scherbel von der FU Kronach legt Wert auf die Feststellung, dass man die Medien keinesfalls verteufle. "Kinder sollen und müssen mit Medien aufwachsen. Es geht um die Dosierung. Bewegung und Medienkonsum müssen sich die Waage halten", appelliert Scherbel.


Spielen "dauert länger"

Laut Sabine Wank (KEB Kronach) besagen Forschungen, dass Kinder 30 Minuten Spielzeit benötigten, um zehn Minuten Aufenthalt in der digitalen Welt auszugleichen. Babys hätten als Grundausstattung einen riesigen Pool Neuronen. Diese warteten darauf, mit Eindrücken aller fünf Sinne beschäftigt zu werden. Erfolge das nicht, verkümmern diese Neuronen: An Playstation und anderen digitalen Medien werden nur zwei Sinne in Anspruch genommen.
Die langjährige Kinderturn-Trainerin Evi Fischer-Weiß stuft Medienkompetenz als wichtig ein. Bildschirmmedienkonsum mache dabei nur einen Bruchteil aus. Der Umgang mit Radio und Zeitung, das Hören von Musik oder Hörspielen sei zu befürworten ebenso wie gute Kindersendungen. "Kinder wollen raus. Das sind Bewegungstiere", ist sich Fischer-Weiß sicher. Turnen sei ein wichtiger Ausgleich zu Schule oder Hort.
Der Film "Zwischen zwei Welten - Kinder im medialen Zeitalter" besteht aus vier Teilen. Der Eintritt ist frei. hs