von unserem Redaktionsmitglied 
Peter Groscurth

Bamberg — Am Dienstag soll es soweit sein: Das Balkanzentrum am früheren US-Standort "Flynn-Housing-Area" wird eröffnet, die ersten Busse mit Flüchtlingen aus Staaten des West-Balkans werden dann erwartet. Geplant ist, in der Einrichtung bis zu 1500 Asylsuchende und alle erforderlichen Verwaltungsstellen zur beschleunigten Behandlung der Anträge einzurichten.
Für die Anwohner, die rund um das Gebiet wohnen, stellen sich hier natürlich viele Fragen, was sie auf sie zukommen wird. Am Dienstagabend fand auf Einladung der Siedlergemeinschaft der Kinderreichen eine nichtöffentliche Informationsveranstaltung für alle Nachbarn statt. Als Redner mit dabei: Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD), Udo Skrzypczak, Leiter der Polizei-Inspektion, sowie Vertreter der Regierung von Oberfranken und des Staatlichen Bauamtes.


Lob vom Oberbürgermeister

OB Starke lobt im Gespräch mit dem Fränkischen Tag die ruhige, sachliche Atmosphäre bei der Veranstaltung: "Hier kam es zu keinerlei Störung durch rechts- oder linksradikale Extremisten, wie auf früheren Info-Abenden der Stadt. Im Gegenteil, die Bürger äußerten ihre Anliegen und die Verantwortlichen konnten viele Anregungen mitnehmen."
Natürlich drehten sich viele Fragen um die Sicherheitsproblematik. Die Anwohner rund um das neue Rückführungszentrum sorgen sich vor allem um die Flüchtlinge und wie diese vor Übergriffen von Rechten geschützt werden. OB Starke: "Hier erklärte Bambergs Polizeichef Skrypzak, dass sich bereits zehn Beamte in der Flüchtlingseinrichtung befinden. Weitere zehn sollen bis spätestens Jahresende folgen."
Beim Thema öffentliche Nutzung der Buchenstraße gibt es noch Bedenken von Seiten der Polizei. Grund: Der Zaun rund um das Balkanzentrum verlaufe dort sehr an den Häusern, in denen die Flüchtlinge wohnen sollen. Rechte Straftäter könnten Anschläge auf die Unterkünfte verüben, fürchten die Verantwortlichen. Zudem gebe es noch Abstimmungsbedarf, wie nach Eröffnung der Rückführungseinrichtung der Bus-Verkehr vor Ort geregelt werde. OB Starke erklärt: "Ich favorisiere die Lösung, dass sich die Haltestelle für den Bus vor der Einrichtung in der Buchenstraße befindet. Das wird aber noch mit den Stadtwerken abgestimmt."


Hotline im Rathaus

Darüber hinaus solle der Geh- und Radweg entlang der Pödeldorfer Straße beleuchtet werden, wünschen sich die Bürger.
Außerdem gab es den Vorschlag von Nachbarn, dass es in dem Balkanzentrum auch einen Kiosk geben sollte, in dem sich die Menschen vor Ort Dinge des täglichen Lebens wie Süßigkeiten, alkoholfreie Getränke oder Tabakwaren kaufen können.
Für Anliegen von Bambergern rund um das Thema Flüchtlinge sagte OB Starke außerdem zu, eine Hotline bei der Stadt einzurichten, die tagsüber unter der Telefonnummer 0951/871501 erreichbar sein wird. Außerdem soll es bald einen Koordinator im Rathaus für das Thema Ehrenamt geben. Er wird Ansprechpartner für Menschen sein, die helfen wollen oder selbst Hilfsideen für Flüchtlinge haben.
Spätestens im Dezember wird erneut eine Infoveranstaltung für die Anwohner des Balkanzentrums stattfinden, damit sich alle Betroffenen austauschen können, was noch verbessert werden kann.