Nedensdorf — Sehr emotional, zum Teil gar hitzig verliefen die Diskussionen im weiteren Verlauf der Ortsversammlung im Anschluss an die Wahl.
Die Zukunft des Gemeindehauses und ehemaligen Schulhauses in Nedensdorf neben der Kirche - den Punkt hatte Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) von sich aus auf die Tagesordnung gesetzt - beschäftigte zunächst die Gemüter.
Abgesehen davon, dass mit dem Feuerwehrhaus neben der Gaststätte eine zusätzliche Versammlungsstätte zur Verfügung stehe, mache eine Sanierung des Gemeindehauses nur Sinn, wenn ein schlüssiges Konzept vorliege. "Wegreißen, des kost' bloß Geld", tat ein Bürger seine Meinung deutlich kund.
In der Tat wäre eine Sanierung des Gebäudes für die Stadtkasse sehr belastend, wie Bürgermeister Kohmann einräumte. Er bezifferte - lässt man Eigenleistung außen vor - die Kosten hierfür auf rund 300 000 bis 350 000 Euro. Einige Bürger forderten die Radikallösung; sprich Abriss.
Doch es meldeten sich auch Nedensdorfer zu Wort, die sich aufgrund des historischen Wertes des ehemaligen Schulhauses für einen Erhalt stark machten, etwa Susanne Heim: "Ich bin selbst Lehrerin und fände es wahnsinnig schade, wenn das frühere Schulhaus aus dem Ort verschwindet. Da würde mir das Herz bluten". Das Gebäude befindet sich im Eigentum der Stadt. Auf das Prinzip Hoffnung setzt daher der Bürgermeister, als er eine Idee ins Spiel brachte, die bei den anwesenden Bürgern auf positive Resonanz stieß: "Vielleicht schreiben wir das Gebäude aus an Interessenten, die bereit sind, das Gemeindehaus zu sanieren und zu erhalten, das wäre natürlich der Idealfall". Deshalb, darauf verständigte sich das Stadtoberhaupt mit den Bürgern, werde die Stadt versuchen, im kommenden halben Jahr das Gebäude zu vermarkten mit der Maßgabe, dass es nicht abgerissen wird.
Schnelleres Internet per Glasfaser - in Nedensdorf ist das noch Zukunftsmusik: Zwar sei Nedensdorf wie einige weitere Stadtteile nicht in den Genuss der ersten "Förderwelle" gekommen, doch wolle man seitens der Stadt noch in diesem Jahr einen Förderantrag stellen. Voraussetzung hierfür sei zunächst der Bedarfsnachweis, ließ Kohmann wissen.
Bernhard Schmitt machte seinem Ärger darüber Luft, dass im Zuge des Baues der ICE-Neubaustrecke eine ehemals betonierte Straße am Unteren Mühlgraben auf einer Länge von etwas 100 Metern von der Bahn zweckentfremdet werde. "Die Straße schwemmt dort aus - das ist ein Unding! Ich möchte, dass von der Bahn der Urzustand der Straße wieder hergestellt wird - das ist ja wohl nicht zu viel verlangt", entrüstete sich Schmitt.
Skeptisch war Kohmann hinsichtlich der Anfrage, wie es denn mit dem Bau eines WC für die Wassersportfreunde aussehe: "Wer macht's denn sauber? Da brauchst du jemanden, der sich täglich darum kümmert."
Der fehlende Hochwasserschutz war das letzte Thema - doch da sind, wenn die übergeordneten Behörden nicht mitspielen, einem Bürgermeister die Hände gebunden: "Auch wenn ich Verständnis für die Betroffenen haben - das Gefährdungspotential in Nedensdorf wird von der Regierung geringer eingestuft als beispielsweise in Wiesen". Er versprach aber: "Ich komme nächste Woche nach Bayreuth, da werde ich das Thema anbringen". dell