Schlüsselfeld — "Die Leute wissen gar nicht, was sie da unterschrieben haben", sagte Peter Kaiser (CSU) bei der jüngsten Stadtratssitzung. Bei einem absoluten Halteverbot dürfe man nicht mal zum Ausladen halten. Genau das aber hatten mit ihrer Unterschrift 223 Bürger aus dem Stadtgebiet für einen Teilbereich der Eckersbacher Straße in Thüngfeld gefordert. Dort parke regelmäßig an einer engen Stelle ein kleines Kraftfahrzeug und behindere den Verkehr. Während des Festbetriebs an der Kirchweih sollte das Halteverbot jedoch aufgehoben werden.
Bürgermeister Johannes Krapp (CSU) berichtete, mit der Polizei bereits vor Ort gewesen zu sein. Nach Meinung der Experten wirke sich das geparkte Fahrzeug sogar verkehrsberuhigend aus und mache den Verkehr also sicherer. Alfred Schuster (UBG) warnte davor, einen Präzedenzfall zu schaffen. Andere Straßen, zum Beispiel die Kirchstraße, könnte nachziehen. Etliche Ratsmitglieder missbilligten, dass man sich mit dem angeblichen Problem nicht an die Stadträte vor Ort gewandt hatte. Ob da die Polizei zweimal die Woche komme und Knöllchen verteile, fragte Rainer Herdegen (SPD). Mit dem Zusatz hinsichtlich der Kirchweih mache man sich ohnehin in ganz Bayern lächerlich, fand der SPD-Stadtrat.
Nach diesen Kommentaren war das Abstimmungsergebnis keine Überraschung: Das Halteverbot wurde bei einer Gegenstimme, der von Hans Wagner (FWG), abgelehnt. See