von unserer Mitarbeiterin 
Katharina Müller-Sanke

Kasendorf — Seit langem einmal wieder hat der Kasendorfer Gemeinderat am Mittwoch vor vollem Haus getagt. Grund war insbesondere das Thema "Windenergie".
Auf Antrag mehrerer Bürger beschloss das Gremium, die 10H-Regelung auch in Kasendorf umzusetzen und Windkraftanlagen mit einer Entfernung von maximal ihrer 10-fachen Höhe von der nächsten Wohnbebauung generell nicht zuzulassen

Selbstbestimmung hat Priorität

Theoretisch wäre es der Gemeinde möglich gewesen, mittels einer Bauleitplanung die Aufstellung von Windkraftanlagen auch innerhalb der 10H-Entfernung zuzulassen, das besagt die gesetzliche Grundlage. Hintergrund ist, dass jede Gemeinde selbst bestimmen können soll, ob sie auf eigenem Grund Windkraftanlagen haben möchte oder nicht. Der Markt Kasendorf hat nun deutlich gemacht, dass er nicht von der 10H-Regelung abweichen will. Der Beschluss wurde gegen die Stimme von Klaus Amschler gefasst.
Der Gemeinderat hat sich zwar vor allem wegen der Angst einiger Anwohner vor dem Windkraftanlagen-Gebiet bei Reuth und Zultenberg zu diesem Schritt entschlossen, der Beschluss gilt jedoch für das gesamte Gemeindegebiet. Für eine entsprechende Festsetzung auch außerhalb des Kasendorfer Gemeindegebiets gibt es derzeit nach Aussage von Verwaltungsleiter Herbert Schmidt keinen Grund, da die anderen Kommunen selbst einen ähnlichen Beschluss fassen könnten. Wonsees habe bereits eine ähnliche Entscheidung getroffen. Dem Weismainer Bürgermeister Udo Dauer werde man das Vorgehen noch mitteilen, heißt es.
Die Gemeinde Kasendorf will sich auch weiterhin an der gemeinsamen Ausschreibung des Bayerischen Städtetags zum kommunalen Strombezug beteiligen. Zu einer Abnahme von Ökostrom konnten sich die Ratsmitglieder nicht durchringen. "Erst lehnen wir weitere Windräder ab und dann Ökostrom? Das würde nicht recht zusammenpassen", argumentierte Hans Lauer. Der Beschluss ist einstimmig getroffen worden.

Wärmebildkamera für die Wehr

Die Feuerwehr Azendorf wird eine neue Wärmebildkamera erhalten. Der Gemeinderat stimmte der Auftragsvergabe an die Firma Ludwig Feuerschutz in Bindlach zu. Es handelt sich um eine Argus Mi-TIC 320-3 im Wert von 5880 Euro. Die Gemeinde wird nur einen Teil der Kosten übernehmen, auch Spenden werden für die Anschaffung verwendet.
Die vom Kommandanten der Kasendorfer Feuerwehr, Robin Müller, geforderte Erstellung einer Bedarfsplanung für die Löschgruppe wurde abgelehnt. Die Planungen hätten rund 14 000 Euro gekostet.

Warnung vor bösem Erwachen

Mit dem Bedarfsplan müsste ein Ingenieurbüro beauftragt werden, das dann den genauen Bedarf, den Ist-Zustand der Wehren und mögliche sinnvolle Konsequenzen ermittelt. Bürgermeister Bernd Steinhäuser (CSU) betonte, Mainleus sei gerade dabei, eine solche Bedarfsplanung zu erstellen. Er plädiere aber dafür, erst einmal zu warten, wie die Ergebnisse dort ausfallen. In anderen Kommunen habe es bereits ein böses Erwachen gegeben, so Steinhäuser, der davon berichtete, dass teilweise Wehren geschlossen wurden. "Wenn der Plan erstmal vorliegt, haben wir es schwarz auf weiß. Dann müssen wir das auch umsetzen," so Steinhäuser.
Robin Müller argumentierte, die Feuerwehr müsse sich für die Zukunft rüsten, und man dürfe vor den ohnehin notwendigen Veränderungen nicht die Augen verschließen.
Nach der Bürgerversammlung will sich die Marktgemeinde noch einmal eindeutig für einen Ausbau der Staatsstraße 2689 von Kasendorf in Richtung Thurnau starkmachen. Der Gemeinderat hat dafür einstimmig grünes Licht gegeben. Nun sollen Gespräche mit dem Staatlichen Bauamt in Bayreuth folgen, das für den Ausbau verantwortlich ist.

Parkplatz-Ausfahrt wird verlegt

Ihr Einverständnis gaben die Ratsmitglieder für mehrere Bauanträge. Darunter ist auch der neue Parkplatz der Firma J. Bergmann in Azendorf. Der Parkplatz war schon einmal genehmigt worden, nun soll die Ausfahrt verlegt werden.