Coburg — Über 200 Fahrräder wechselten bereits im laufenden Jahr 2014 im Coburger Stadtgebiet den Besitzer. "Allerdings nicht legal, sondern durch Diebstahl", wie es in einem Bericht der Polizei heißt. Nahezu unabhängig vom Wert und vom Alter verschwanden die Räder nachts, aber auch tagsüber. "Der vermeintliche Schutz mit einem einfachen Fahrradschloss erwies sich dabei in fast allen Fällen als Trugschluss", so die Erfahrung der Polizei.

Schloss kein Hindernis

Ausgerüstet mit hochwertigen, aber kleinen Bolzenschneidern trennen die Ganoven fast jedes Fahrrad vom Metallständer oder von der Laterne. Nur hochwertige Markenschlösser hielten diesem Versuch stand. Wieder aufgetaucht sind bislang nur sehr wenige der gestohlenen Bikes. In diesen Fällen benötigte der Dieb wohl nur einen fahrbaren Untersatz, um schnell von "A" nach "B" zu kommen. Dort flog der Drahtesel dann in die nächste Hecke oder in den Fluss. Die Masse der gestohlenen Räder bleibt für immer verschwunden. "Hier scheinen kriminelle Strukturen im Hintergrund zu bestehen, die einen schnellen Absatz garantieren", vermutet die Polizei.
Zwar konnten die Coburger Ermittler schon einige Rad-Diebe dingfest machen, oft fehlt ihnen aber ein entscheidendes Werkzeug: Der schnelle Beweis, dass dem Radfahrer das Bike gar nicht gehört, auf dem er unterwegs ist. Jeden Tag und jede Nacht kontrollieren die Ordnungshüter jetzt vermehrt Radfahrer und häufig ergibt sich der Verdacht, dass die Person am Lenker und das hochwertige Mountainbike nicht so richtig zusammenpassen wollen. Nur gelingt der Nachweis des Diebstahls in der Regel nicht, weil der Eigentümer noch gar nicht bemerkt hat, dass sein Zweirad geklaut worden ist.
Mit einer groß angelegten Aktion will die Coburger Polizeiinspektion diesem Umstand jetzt entgegentreten. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen werden die Besitzer aufgefordert, ihr Rad bei der Polizei registrieren zu lassen. Mit einem einfachen Formular werden die wichtigsten Merkmale, insbesondere die Rahmen-Nummer, erhoben.

Heute und morgen große Aktion

Sollte der Dieb später mit dem Rad in eine Kontrolle geraten, ist es ein leichtes, ihn zu überführen. Die Formulare gibt es bei der Polizei, aber auch die örtlichen Fahrradhändler werden in diese Aktion mit einbezogen. Darüber hinaus werden am heutigen Mittwochnachmittag und am morgigen Donnerstagvormittag gezielt Radfahrer in der Stadt angesprochen und auf die Möglichkeit der Registrierung ihres fahrbaren Untersatzes hingewiesen. ct