Kaum sind Plätzchen, Lebkuchen und Festtagsbraten verdaut, locken schon wieder neue Leckereien. In der gegenwärtigen Faschingszeit lachen Marmeladenkrapfen hinter der Theke hervor und in den Regalen der Supermärkte testen bereits Osterhasen, Schokolämmer oder Marzipaneier die Standfestigkeit der Menschen.
Kulinarische Verlockungen gibt es also im Grunde das ganze Jahr. Wer es etwas übertreibt mit dem Schlemmen, der bekommt beim Blick auf die Waage die Quittung dafür. Dann schlägt die Stunde der Diäten. Sie versprechen, die Pfunde schnell purzeln zu lassen.
"Man sollte die Bewegung und die Ernährung wieder auf ein normales Niveau bringen", rät Apotheker Michael Burkard von der Forchheimer Don-Bosco-Apotheke allen, die etwas für ihre Figur machen möchten.


Fünf Stunden Abstand

Es sei kein Hexenwerk, gesund und ballaststoffreich zu essen. "Ballaststoffe entlasten den Darm. Abends sollten wenig Kohlenhydrate, dafür lieber gedünstetes Gemüse auf den Teller", sagt Burkard. Wichtig sei noch, den Abstand zwischen den Mahlzeiten bei fünf Stunden zu halten. Damit könne sich der Insulinstoffwechsel normalisieren. "So kommen keine Heißhungerattacken auf", erklärt Burkard, der selbst einmal im Jahr eine Heilfastenkur im Kloster macht.
Den Körper zu entgiften und zu entschlacken, tue sowohl Körper als auch Geist einfach gut. Kunden berät er immer individuell. Einen wichtigen Tipp hat der Apotheker dann noch: genügend Schlaf. Wer morgens ausgeschlafen sei, verspüre in der Regel keinen Heißhunger.
Noch etwas zu essen, ohne es zu brauchen, darin erkennt der Hausener Pfarrer Klaus Weigand den Hauptgrund für die ungewünschte Gewichtszunahme nicht nur an den Feiertagen. Er selbst rät deshalb zum bewussten Essen. Um überflüssige Pfunde los zu werden, vertraut Weigand vor allem drei Buchstaben: FDH. Diese stehen für den Ansatz, von allem lediglich die Hälfte zu essen. "Einfach den inneren Schweinehund überwinden. Weniger oder nur die Hälfte essen und vielleicht auch einmal eine Mahlzeit ausfallen lassen", sagt Pfarrer Weigand.
Und viel Bewegung helfe natürlich auch beim Versuch, das Gewicht zu reduzieren. "Viele Angelegenheiten kann man gut zu Fuß erledigen", sagt Weigand. Er selbst muss schon in den frühen Morgenstunden raus, dafür sorgt schon sein Hund. Wahrscheinlich ist auch das einer der Gründe, weshalb den Pfarrer keine Gewichtsprobleme plagen.
Dass der Eggolsheimer Bürgermeister Claus Schwarzman (BB) die die Feiertage ohne Gewichtszunahme überstanden hat, liegt nicht nur daran, dass er "kein Süßer" ist, sondern eher die deftige Hausmannskost bevorzugt. Er rät, beim Essen einfach der richtige Maß zu wahren. Zudem geht Schwarzmann regelmäßig in die Saune und treibt regelmäßig Sport: "Ich nutze täglich meinen Heimtrainer zu Hause."


Bessere Ausdauer

Regelmäßig geht Schwarzmann auch joggen. Als er sich einmal als etwas zu schwer empfand, machte er eine vierwöchige Eiweißkur.
Eine Kombination aus Krafttraining und Ausdauer empfiehlt die Fitnesstrainerin Kerstin Staubach aus Dormitz. "Es braucht Muskeln, um den Verbrennungsmotor im Körper zu zünden", sagt Staubach. Je mehr Muskeln man hat, desto mehr Kalorien verbrenne man. Auf jeden Fall sollte man mehr Kalorien verbrennen als zunehmen und auf eine vernünftige Ernährung achten. Dazu gehören Obst, Gemüse und Vollkorn. Eine Diät? "Das Problem ist, was mache ich nach der Diät? Ich habe an meinem Lebensstil nichts geändert", sagt die Trainerin.
Zu Weihnachten gehören Plätzchen und Stollen auch für Kerstin Staubach einfach dazu. "Wenn ich das bewusst genieße, ist es in Ordnung", findet Staubach. Wenn man hingegen alles in sich hineinstopfe, kenne man kein Maß und kein Ziel. Dann sei Essen nur Gewohnheit.