von unserem Mitarbeiter Gerd Klemenz

Serkendorf — Sie zählt gerade einmal 23 Mitglieder und ist damit der kleinste Teil der Pfarrei Uetzing - die Marienkapelle Beata Maria Virgine, Selige Jungfrau Maria in Serkendorf. Bis kürzlich stand ihr noch eine große Aufgabe bevor - die Innenrenovierung der Kapelle. 1977 wurde sie zuletzt für gut 25 000 D-Mark restauriert.
Inzwischen hat wieder der Zahn der Zeit an dem Gotteshaus genagt. Staub und Ruß haben sich abgelagert, diverse Defekte sind aufgetreten. So war die abzuarbeitende Liste lang: Putzarbeiten, Elektroinstallationen, Kirchenmaler- und Restaurationsarbeiten - aber das größte Augenmerk war der Bekämpfung des Holzwurms zugerichtet. Der kleine Schädling hatte sich im Dachgebälk sowie in den Holzbänken und im Holzaltar eingenistet.

60 000 Euro geplante Kosten

Alles in allem standen enorme Kosten an. Mit rund 60 000 Euro rechneten die Verantwortliche. Der größte Teil wurde von der Diözese Bamberg, der Oberfrankenstiftung, der Stadt Bad Staffelstein und vom Denkmalamt übernommen. "Der Rest wird durch Spenden sowie von den Mitgliedern des Kapellenbauvereins selbst finanziert", so der Zweite Vorsitzende des Kapellenbauvereins Wolfgang Weis.
Die ersten Anläufe reichen bis ins Jahr 2013 zurück. In der Hauptversammlung des Kapellenbauvereins wurden die Mitglieder über die notwendigen Arbeiten in der Marienkapelle informiert. Man war sich schnell einig, diese Anliegen umzusetzen und beschloss, die Kapelle zu renovieren. "Der erste Schritt war gemacht. Nun lag es an uns, was wir daraus machen", so Weis.
Nach einer ersten Begehung war es an der freiwilligen Feuerwehr, den Dachboden der Kapelle zu reinigen. Die dortige Isolierung - Sägespäne - galt als Hauptgrund für den Holzwurm-Befall. Anschließend wurden der Dachraum mit Holzschutz gestrichen und die vom "ungebetenen Gast" befallenen Bänke sowie der Altar ausgebaut. Der Fußboden wurde teilweise erneuert. Auch das Holzpodest unter dem Altar und den Bänken war so stark befallen, dass weitere Kosten auf die Serkendorfer zukamen. Während Bänke und Altar bei der Firma Bickel restauriert wurden, bekam die Kapelle im Inneren einen neuen Anstrich.
"In den letzten Tagen vor dem Kirchweihwochenende war Hochbetrieb in der Marienkapelle. Am 10. Juli wurde schließlich der Reliquienstein wieder in den Altar eingesetzt", erklärt Mesnerin Kerstin Weis den Baustress kurz vor dem Weihefest. Ende Juli wurde um das Altarbild noch eine neue Beleuchtung angebracht. "Dass das kleine Gotteshaus auch heute noch ein Schmuckstück für die ,oberen Dörfer' ist, verdanken wir der Entschlossenheit, dem Einsatz und der Opferbereitschaft unserer Bürger", so Wolfgang Weis.

Die Geschichte der Kapelle

Ende 1924 verfolgte der Bauer Konrad Schorn die Idee, mit dem Bau einer kleinen Kapelle eine Kriegergedächtnisstätte für die Gefallenen der Gemeinde Serkendorf zu errichten. 1925 riefen Männer aus Serkendorf den Kapellenbauverein ins Leben. Der Bamberger Architekt fertigte den Plan. Im Oktober 1925 konnte der Rohbau eingedeckt und das Kreuz aufgerichtet werden. Noch vor Jahresende weihte Pfarrer Gütlein die neue Glocke ein.
Trotz vieler Eigenleistungen und unentgeltlicher Bereitstellung von Baumaterial, beliefen sich die Ausgaben im ersten Jahr auf fast 3000 Mark. Das Geld hierfür erbrachten acht Serkendorfer. 1927 erfolgten die Innenarbeiten und die Ausstattung, viele Eigenleistungen und Sachspenden waren notwendig. Erster Vorsitzender des Kapellenbauvereins war immer der Pfarrer der Pfarrei Uetzing.
Am Freitag, 5. September, findet um 17.30 Uhr ein Segnungsgottesdienst mit dem Staffelsteiner Stadtpfarrer Georg Birkel in der Marienkapelle statt. Danach gibt es ein gemütliches Beisammensein im Festzelt.