Stegaurach — Der KAB-Ortsverband Stegaurach wurde am 22. Januar 1964 als Werkvolkgemeinschaft gegründet. Mit Pfarrer Michael Pflaum haben 26 Frauen und Männer an der Gründungsversammlung teilgenommen. Pfarrer Pflaum, der sich auch als Präses zur Verfügung stellte, versprach sich "ein besseres Werken und Wirken im Reiche Gottes". Auch ein vollständiger Vorstand wurde in einstimmigen Wahlgängen bestimmt. Josef Neuner und Ger fried Fuchs wurden Vorsitzende; die weibliche Vorsitzende wurde Betti Nöth. Die Versammlung bestimmte Hildegard Nöth zur Schriftführerin und Theodor Meinhardt zum Kassier.
Eine Arbeiterbewegung wurde aber schon viel früher ins Leben gerufen. Im Jahre 1899 wurde ein Katholischer Arbeiterverein gegründet. Dieser Verein bestand 31 Jahre lang. Mit dem Beginn des Nationalsozialismus durfte er seine "Aufgaben nicht mehr wahrnehmen". Wiedergründungsversuche in den Jahren 1949 und 1950 scheiterten und hatten erst 1964 Erfolg.
Es begann für die KAB eine Zeit großer Aktivitäten mit der Einmischung in alle gesellschaftsrelevanten Themen. Das Wohl der Familie stand dabei immer im Mittelpunkt. Mit tatkräftiger Unterstützung der Ortsvereine gelang es, die Anerkennung von Erziehungszeiten in der Rentenversicherung durchzusetzen. Große Anerkennung fanden auch die örtlichen Aktivitäten wie "Frauen sind keine Konjunkturpuffer" oder der Wandel in der Arbeitswelt. Als wichtiger Aufgabenbereich wurde der "Mensch in seiner Verantwortung für die Schöpfung erkannt". Grundlegende Rechte der Arbeitnehmerschaft standen immer im besonderen Fokus des KAB Ortsverbandes. Der besondere Einsatz stand hier im Vordergrund.
Zu den herausragenden Veranstaltungen konnte der KAB - Ortsverband herausragend Referenten gewinnen. MdL Paul Wünsche referierte zum Thema "Solidarität in Freiheit" und Karl Nothof, Speyer, handelte das immer noch aktuelle Thema "KAB Kirche in der Arbeitswelt" ab. Letzerer nannte als Ziele die Einrichtung europäischer Betriebsräte, aber auch Fragen der sozialen Sicherung und Fragen des Umweltschutzes. Diözesansekretär Georg Heß bemerkte, dass die KAB Stegaurach "keine Erzähl-, sondern eine Schicksalsgemeinschaft" sei.

Gründungsmitglieder geehrt

Ein Leitbild mit Handlungsauftrag ergibt sich für die KAB aus dem Positionspapier des Diözesanverbandes 2002 und 2010. Gerechtigkeit zu gestalten beeinflusse das gesamte Handeln. Die KAB habe auch die Aufgabe, praktische Bildung und Geselligkeit zu vermitteln. In der Bevölkerung und bei den Mitgliedern sei meist nicht bekannt, dass die KAB auch Rechtsberatung und Rechtsschutz anbietet.
Die KAB Stegaurach hatte die noch lebenden Gründungsmitglieder vor dieser Versammlung schon ausgezeichnet. Es sind dies Johann Hertenberger, Alfred Schwindl, Erwin Neblicht, Josef Neuner und Gunda Kratzer. Ihnen wurde eine Urkunde, ein Kreuz und eine Anstecknadel überreicht. Max Wagner