Die Junge Liste (JL) Haßberge begrüßt die Ankündigung von Landrat Wilhelm Schneider (CSU), eine Bürgerbefragung zur möglichen Einführung einer "Gelben Tonne" zu starten. Damit reagiert die Wählergruppe, die im Kreistag vertreten ist, auf den FT-Artikel "Wertstoffhof oder gelber Sack" vom Mittwoch. Darin ging es um die Frage, ob der Landkreis weiterhin sein Wertstoffhofsystem zur Erfassung der Wertstoffe betreibt oder ob der gelbe Sack (oder eine gelbe Tonne) eingeführt werden soll.
In einem Schreiben an unsere Zeitung bedauert die Junge Liste, dass die Überschrift "irreführend" sei, suggeriere sie doch, dass es mit der Einführung der gelben Tonne keine Wertstoffhöfe mehr geben würde. Das sei nicht der Fall, denn diese würden weiterhin unter anderem für Sperrmüll und Grünschnitt benötigt, betont die Junge Liste.
Allerdings hatte auch unsere Zeitung in ihrem Artikel informiert, dass es auch dann weiterhin Wertstoffhöfe geben werde, wenn eine gelbe Tonne oder der gelbe Sack eingeführt würden. Nur wisse man heute noch nicht, wie viele das sein würden und wo diese Wertstoffhöfe wären.


Bedenken sind unbegründet

Die Junge Liste fordert laut ihrer Stellungnahme, die der stellvertretende Vorsitzende der JL-Kreistagsfraktion, Alexander Ambros (Knetzgau), vorgelegt hat, "nicht die Einführung eines gelben Sacks, sondern einer gelben Tonne oder besser noch der Wertstofftonne". Mit dieser könnten dann außer dem Verpackungsmüll auch (fast) alle anderen Gegenstände aus Plastik oder Metall entsorgt werden. Ob Sack oder Tonne und wenn ja, ob Wertstoff- oder gelbe Tonne eingeführt werden, entscheide mit Einführung der neuen Verpackungsverordnung zukünftig alleine der Landkreis. Und hier sei "die Stimmungslage sehr eindeutig pro Tonne und gegen einen Sack", meint die Junge Liste. Die von Kreisrat Christoph Winkler (FW) geäußerten Befürchtungen vor Müll aus aufgerissenen Säcken sind laut JL "somit gegenstandslos".
Nicht nachvollziehbar ist für die Junge Liste die Aussage, durch die Einführung der gelben Tonne würde der Anteil der Wertstoffe im Restmüll ansteigen. Das Gegenteil sei der Fall, meint die JL. Wenn man es den Bürgern durch die Einführung der gelben Tonne erleichtert, ihren Verpackungsmüll zu entsorgen, würden sie auch weniger davon in die Restmülltonne werfen. Das bewiesen die Erfahrungen der Landkreise, die in der Vergangenheit auf die gelbe Tonne umgestellt haben.
Dass die Einführung einer gelben Tonne keinesfalls mit einer Erhöhung der Müllgebühren einhergehen müsse, zeige ein Blick auf die Müllgebühren anderer Kreise in Bayern. Hier seien, so die JL, die Gebühren teilweise trotz - oder vielleicht wegen - der gelben Tonne niedriger als im Landkreis Haßberge. ks