Vestenbergsgreuth — Noch zu gut erinnert man sich an die Woche vor Ostern. Orkan "Niklas" zog über Europa hinweg und sorgte auch in Deutschland für abwechslungsreiche Wettertage. Genau in dieser Zeit waren 28 Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren unter der Leitung der beiden Umweltpädagoginnen des Kreisjugendrings Erlangen-Höchstadt, Susanne Körner und Barbara Moritz-Anders, im Jugendcamp Vestenbergsgreuth zu einer Forscherwoche aufgebrochen. Um es gleich vorwegzunehmen: Bis auf das Baumklettern, welches bei Windstärke 8 aus Sicherheitsgründen abgesagt worden ist, trotzten die jungen Menschen mit dem neunköpfigen ehrenamtlichen Betreuerteam dem "schlechten Wetter".

Naturerfahrung im Sturm

Ausgestattet mit Regenjacken und Gummistiefeln ging es jeden Tag hinaus, und bei Schnitzeljagd und ökologischem Stationenlauf auf dem Zeltplatz standen die Naturerfahrung und das Gruppenerlebnis im Mittelpunkt. "Die Mädchen beklagten sich ein bisschen über den Hagel im Gesicht, aber die meisten fanden es toll, das Unwetter mal draußen zu erleben", erzählte die 15-jährige Betreuerin Nefeli Xiggos nach dem Verfolgungsspiel zum Schornweisacher Zeltplatz. Selbstverständlich achtete hierbei der Erlebnispädagoge Michael Hermann stets auf die Sicherheit der Gruppe.
Man ließ sich auch nicht davon abhalten, mit Feuersteinen ein Lagerfeuer und Fackeln zu entzünden, um Lehmkartoffeln und Popcorn zu braten.
Das diesjährige Ferienlager stand unter dem Motto "Verwenden statt Verschwenden, die Natur macht's uns vor", und so standen mehrere Workshops auch unter diesem Motto. Es wurden Taschen, Kissenbezüge und Dekomaterialien aus alter Kleidung hergestellt und mit den verschiedensten Naturmaterialien ein Wellness-Nachmittag durchgeführt. Zusätzlich gab es jede Menge Infos zu den Themen Müllvermeidung, Luft- und Wasserverschmutzung und Recycling von Wertstoffen.

"Burgerparty" ohne Fleisch

Mit der Hauswirtschaftlerin Heidi Haas war das Thema "Vollwertige Ernährung und regionale Lebensmittel" ein weiterer Bildungsaspekt der Ferienwoche. Jeden Tag wurden gemeinsam leckere Gerichte zubereitet und auch die "Burgerparty" fand ganz ohne Fleischzulagen statt. Susanne Körner zog am Ende der Woche Bilanz: "Es hat allen trotz, oder sogar wegen dem Wetter so richtig Spaß gemacht. Man muss unsere Kinder halt ab und zu auswildern, dann spüren sie sich wieder und haben echte Erlebnisse." red